Beatrice Vogel
Nur noch die Karwoche durchbeissen, dann steht Ostern vor der Tür. Ich bin ja ein Oster-Fan. Dies vor allem wegen der Rituale. Eiertütschen finde ich einen grandiosen Brauch: In seiner Schlichtheit vereint er Aberglaube, Wettkampf, Überraschung und Essen – genial.
Das Beste ist aber das Eier-Verstecken und -Suchen. Übrigens braucht man dafür keinen Garten. In einer Stadtwohnung lassen sich Ostereier bestens verstecken – in Vasen, Früchteschalen, Sockenschubladen oder in einer Babuschka. Aber Vorsicht: Wasserkocher und Ofen eignen sich nicht als Schoggi-Eier- Verstecke, ebenso wenig Sofa oder Bett. Es sei denn, man möchte diese Möbelstücke anschliessend einer Generalreinigung unterziehen.
Meine persönliche Tragik ist es, dass ich in den letzten Jahren an Ostern nie zu Hause war. Auch dieses Jahr bin ich an Ostern im Ausland. Das Eiertütschen lässt sich zwar auch in Peru oder Belgien durchführen. Hingegen geht mir die Eiersuche ab. Zur Kompensation verstecke ich Eier für Daheimgebliebene – nicht immer zu deren Freude. Mein Mitbewohner teilt meine Lust am Suchen nicht im selben Ausmass. Ist sein Hunger auf Schoggi-Eier gestillt, wird die Suche nämlich beendet.
So ist es schon vorgekommen, dass noch an Weihnachten irgendwo ein paar Schoggi-Eili aufgetaucht sind. Zum Glück nicht unter dem Sofakissen. Wobei der Grund für die lange Lebensdauer der Eier nicht abschliessend geklärt ist: Womöglich liegt es ja auch an meiner exzellenten Versteck-Wahl.

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