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Freizeit

Stadtrat will der Hallenbad Luzern AG mehr Freiheiten geben

Mit mehr Kapital und Kompetenzen soll das Unternehmen zu einem Kompetenzzentrum für die Region Luzern werden.

Die Hallenbad Luzern AG soll künftig mehr Kompetenzen und Kapital erhalten. Das schlägt der Luzerner Stadtrat in einem aktuellen Bericht und Antrag (B+A) zuhanden des Parlaments vor. Das Unternehmen gehört zu 100 Prozent der Stadt und betreibt drei Anlagen: das Hallenbad Allmend, das Tribschenbad und das Waldschwimmbad Zimmeregg. Auch das Sportcenter Würzenbach und das Regionale Eiszentrum gehören zur Hallenbad Luzern AG. Alle fünf Betriebe sind unter der Marke «Sportcard Luzern» zusammengefasst.

Aus dem B+A geht hervor, dass die Hallenbad AG bisher bei vielen kleineren Entscheiden Rücksprache mit der Stadt halten musste. Mit der neuen Leistungsvereinbarung für die Jahre 2023 bis 2027 soll sich das nun ändern. Vorgesehen ist, dass die Hallenbad AG neu den ordentlichen und ausserordentlichen Unterhalt übernimmt, wobei die Infrastruktur selbst im Besitz der Stadt bleibt. Das gebe dem Unternehmen die Flexibilität, «kleinere Unterhaltsmassnahmen schneller umzusetzen, was im Umfeld von Wasser und Hygiene entscheidend für die Kostenfolgen» sein könne. Allerdings bleibt die Stadt für Erneuerungsarbeiten zuständig.

Kompetenzzentrum für die Region

Hintergrund für die Änderung ist unter anderem die «Absichtserklärung Sportstättenplanung» der K5-Gemeinden Luzern, Kriens, Emmen, Ebikon und Horw. Ziel dieser Erklärung ist es, die Sportstätten inklusive Bäder gemeindeübergreifend zu koordinieren. Bei diesem Vorhaben spiele die Hallenbad Luzern AG eine «wesentliche Rolle», schreibt die Stadt. Sie will das Unternehmen als Kompetenzzentrum für die Region positionieren, was Betrieb, Unterhalt und Wartung betrifft.

Auch deshalb will die Stadt die Hallenbad AG die personellen Ressourcen im Bereich Bau und Infrastruktur ausbauen. Insbesondere der Betrieb des Hallenbades Luzern sei anspruchsvoll, aufgrund ihres Alters seien aber auch Eiszentrum und Sportcenter betrieblich und baulich herausfordernd. Die Verschiebung der Aufgaben sorgt für eine Erhöhung des jährlichen Beitrages um 371’500 Franken. Allerdings könne die Stadt diesen Betrag bei der Dienstabteilung Immobilien einsparen. Die Stadt weist darauf hin, dass das Hallenbad Allmend in den vergangenen fünf Jahren «intensiv genutzt» worden sei. Das habe die Unterhaltskosten erhöht. Laut B+A lagen die Unterhaltskosten aller Bäder 2016 bei rund 522'000 – 2021 waren es bereits 824'000 Franken.

Um die künftigen Arbeiten abzudecken, will die Stadt zusätzlich 72'000 Franken jährlich zu den Personalkosten beitragen. Zusammen mit dem bisherigen Beitrag von 1,1 Millionen erhöht sich der jährliche Zustupf an die Firma auf 1,53 Millionen. Insgesamt beantragt der Stadtrat daher einen Sonderkredit von knapp 7,7 Millionen Franken für fünf Jahre.

Die zusätzlichen Pflichten macht eine Erhöhung des Aktienkapitals von rund 20 Prozent der Bilanzsumme nötig, also um rund 500'000 bis 600'000 Franken. Für diese Erhöhung leistet die Hallenbad Luzern AG voraussichtlich aus dem frei verfügbaren Eigenkapital.

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