Tourismus

Wegen Haltegebühr und Iran Krieg: Zwei Drittel weniger Cars am Schwanenplatz

Die 100-Franken-Gebühr für Cars wirkt. Die Stadt zieht ein positives Fazit, sieht aber auch Nebenwirkungen.

Um den Cartourismus einzudämmen, hat die Stadt Luzern 2025 eine Haltegebühr von 100 Franken am Schwanenplatz, Löwenplatz und Kasernenplatz eingeführt. Dort dürfen die Passagiere aus- oder einsteigen, zum Parkieren müssen die Cars zu den Parkplätzen Brüelmoos oder Rösslimatt in Kriens fahren. Die Massnahme zeigt Wirkung, wie die Stadt nun mitteilt: Die Zahl der Reisebusse ist in der Stadt kontinuierlich gesunken – obwohl jene der Logiernächte zugenommen hat.

Am stärksten zeigt sich das auf dem Schwanenplatz: 2025 ging dort die Zahl der Cars um 56 Prozent zurück, inzwischen sind es im Vergleich zu 2024 gar 67 Prozent. Auf dem Löwenplatz sind es mittlerweile 51 Prozent weniger als 2024. Für den Kasernenplatz sei kein Vergleich möglich, dieser werde aber generell sehr wenig angefahren und sei statistisch kaum relevant. Im Schnitt wurden dieses Jahr bis 30. Juni rund 50 Halteplätze pro Tag gebucht, im Vorjahr waren es 80. Am diesjährigen Spitzentag, dem 20. Juni, waren es 130 Buchungen (Vorjahr: 160 am 14. Juni). Noch zu den Finanzen: 2025 hat die Stadt mit den Carhaltegebühren netto 1,2 Millionen Franken eingenommen. Dieses Jahr dürfte es folglich weniger sein.

Auch der Iran-Krieg spielt eine Rolle

Der neuerliche Rückgang dürfte nicht nur auf die Gebühr, sondern auch auf den Iran-Krieg zurückzuführen sein, schreibt die Stadt. Die Zahl der Flüge über Dubai oder Abu Dhabi habe abgenommen, dadurch kämen weniger Gäste aus den Golfstaaten und asiatische Gruppenreisende. Die Stadt Luzern konnte dank Touristen aus Europa, den USA und dem Inland im ersten Halbjahr dennoch 0,8 Prozent mehr Logiernächte verzeichnen.

Der Rückgang des Cartourismus entspreche der städtischen «Vision Tourismus Luzern 2030», so die Stadt. Sie zieht ein positives Fazit zur Haltegebühr und dem damit verbundenen Reservationssystem. Eine Verschärfung des Carregimes sei derzeit nicht nötig. Auch aus der Sicht von Luzern Tourismus erziele das Regime «die gewünschte Wirkung», schreibt Direktor Marcel Perren auf Anfrage. Man begrüsse, dass es keine Verschärfung gibt. Verbesserungspotenzial sieht Luzern Tourismus bei der Aufenthaltsqualität der Carhalteplätze, beim Buchungsportal plane man Optimierungen.

Katz-und-Maus-Spiel mit Wildparkierern

Das Regime hat aber auch Nebenwirkungen. Weil Cars teils wild bei Bushaltestellen angehalten und diese blockiert haben, sind diesen Sommer an mehreren Stellen Halteverbote für Cars signalisiert worden. Dadurch hat die Polizei die Möglichkeit, fehlbare Carunternehmen zu büssen. «Wir hoffen, dass das Wirkung zeigt», sagt Markus Birrer, Projektleiter Mobilität bei der Stadt. Es sei aber denkbar, dass das zu einer weiteren Verlagerung führt. «Stellen wir das fest, können wir zusätzliche Verbotstafeln aufstellen.» Ein Stück weit ist das ein Katz-und-Maus-Spiel. «Wir können das Wildparkieren nicht zu 100 Prozent verhindern», sagt Birrer. Er betont aber auch: «Die grosse Mehrheit hält sich an die Regeln.»

Weiter habe es eine leichte Verlagerung zu den gebührenfreien Halteplätzen beim Inseliquai gegeben. Dort sei die Zahl der Cars um zwei Prozent gestiegen, pro Tag würden dort rund 60 Reisebusbewegungen (Zu- und Wegfahrt) gemessen. Keine Zunahme habe es dagegen beim Carparkplatz Landenberg gegeben, die Auslastung liege derzeit an Spitzentagen bei rund 70 Prozent. Birrer begründet dies damit, dass die maximale Parkzeit dort auf zwei Stunden beschränkt ist.

Was man beobachten kann: Seit der Einführung des Carregimes sind im Bereich Inseli/Bahnhofquai mehr grosse Touristengruppen unterwegs, die zu Fuss in die Innenstadt gehen. Dabei weichen sie, etwa bei Baustellen, teils auf Strassen oder Velowege aus. Die Signalisation für die Fussgängerlenkung sei eindeutig, sagt Birrer. «Es halten sich aber nicht alle daran.»

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