Die Volksschule entwickelt sich stark und steht vor Herausforderungen. Darauf soll die Stadt Luzern reagieren, findet die SP. Sie hat gleich zwei Postulate zu Schulthemen eingereicht. Bei einem geht es um den Aufbau der Tagesschule, beim anderen um die gesundheitlichen Anforderungen an Schulen.
Zum Tagesschul-Postulat: In den kommenden Jahren führt die Stadt Luzern schrittweise die neue Tagesschule ein. Das heisst, es werden vor allem mittags viel mehr Kinder den Schulhort besuchen. Die SP schlägt nun vor, dass die Stadt eine jährliche Erhebung zur Arbeitsplatzzufriedenheit bei den Betreuungspersonen durchführt sowie den Bedarf an Weiterbildungen prüft.
«Die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen stellt für das Betreuungspersonal eine grosse Herausforderung dar», schreibt die SP im Postulat. Es sei wichtig, solche Schülerinnen und Schüler angemessen zu betreuen und zu fördern. «Dies gelingt jedoch nur, wenn die Mitarbeitenden gut ausgebildet sind und ausreichend Unterstützung erhalten, um den individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden.»
Gesundheitliche Anforderungen steigen
Zum Gesundheits-Postulat: Mit diesem schlägt die SP die Schaffung eines Schulgesundheitsdiensts mit Pflegefachpersonen vor. «Die gesundheitlichen Anforderungen an Schulen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen», heisst es im Vorstoss. Lehrpersonen übernehmen immer häufiger Aufgaben, für die es eigentlich Gesundheitsfachpersonen benötige – insbesondere bei Kindern «mit besonderen gesundheitlichen Bedürfnissen». Bei wiederkehrenden gesundheitlichen Unsicherheiten fehlten oft klare Ansprechpersonen.
Erfahrungen mit sogenannten «School Nurses» hätten etwa Winterthur und Freiburg sowie die Kantone Genf, Waadt, Jura und Obwalden gesammelt. Die Fachpersonen sollen Schülerinnen und Schüler beraten, Lehrpersonen in gesundheitlichen Fragen unterstützen und bei Bedarf zwischen Schule, Elternhaus und medizinischen Fachstellen koordinieren. «Oft arbeitet sie mobil und ist je nach Bedarf an verschiedenen Schulstandorten präsent», heisst es im Postulat. «Ein gut organisierter Schulgesundheitsdienst könnte die Luzerner Schulen spürbar entlasten.»
Gemäss dem Magazin «Bildung Schweiz», das vom nationalen Lehrerinnen- und Lehrerverband herausgegeben wird, besteht durchaus Bedarf. Rund 20 Prozent der Kinder und Jugendlichen im Schulalter seien chronisch krank, zudem nehme die Zahl der Jungen mit psychischen Problemen seit einigen Jahren stark zu. (std)


Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.