notifications
Verkehrsprojekt

Stadt Luzern schafft wieder etwas mehr Parkplätze auf der Winkelriedstrasse

Der Test mit dem neuen Verkehrsregime läuft insgesamt gut, bilanziert die Stadt. Sie nimmt nun aber einige Anpassungen vor und kommt dem Gewerbe entgegen.
Ein Handwerks- und Serviceparkplatz an der Winkelriedstrasse.
Bild: Pius Amrein (Luzern, 2. 5. 2025)

Seit Mai testet die Stadt Luzern ein neues Verkehrsregime auf der Winkelriedstrasse im Hirschmatt-Quartier. Diese war zuvor stark genutzt, unübersichtlich und sollte sicherer werden. Dafür wurden 42 von 52 öffentlichen Parkplätzen aufgehoben oder umgenutzt, etwa in Handwerks- und Serviceparkplätze, Güterumschlagsplätze, Abstellplätze für Lastenvelos und Grünflächen.

Nun zieht die Stadt eine Zwischenbilanz. Diese fällt positiv aus. «Viele der umgesetzten Massnahmen zeigen die erwünschte Wirkung, und die Akzeptanz der provisorischen Umgestaltung ist in der Bevölkerung hoch», teilt die Stadt mit. Dies zeige auch eine auf der Plattform «Dialogluzern.ch» durchgeführte Umfrage. 62 Prozent der 974 Teilnehmenden bewerteten den Test positiv. Verbesserungen habe es bei der Aufenthaltsqualität, dem Verkehrsfluss für Velos, der Wohnqualität, der Familienfreundlichkeit, dem Sicherheitsgefühl und der Lärmbelastung gegeben.

Geschäfte befürchten Umsatzeinbussen

Seitens Gewerbe gab es aber Kritik, weil wegen des Parkplatzabbaus Umsatzeinbussen befürchtet werden. In einem offenen Brief wandten sich deswegen 50 Gewerbebetreibende an den Stadtrat. Diese Ängste nehme die Stadt ernst, wie sie schreibt. Auch von Anwohnenden habe man zahlreiche Rückmeldungen erhalten. Darum sind für die zweite Testphase, die bis März 2026 dauert, Anpassungen vorgesehen:

Die Stadt schafft vier öffentliche Kurzzeit-Parkplätze (neu total 14) und einen zusätzlichen Behindertenparkplatz. Weichen müssen dafür zwei Lastenvelo-Parkplätze, ein Velo- und ein Töffparkplatz sowie ein Grünelement.

Dafür wird die «überlange» Güterumschlagsfläche bei der Waldstätterstrasse verkleinert, wodurch Platz für einen Veloparkplatz und Grünelemente entsteht.

Anwohnende mit der Parkkarte D dürfen zusätzlich nachts auf den 13 Güterumschlagsflächen und samstags auf den 7 Handwerks- und Service-Parkplätzen parkieren . Letztere sind nur noch von Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr für Gewerbebetriebe reserviert. Die übrige Zeit stehen diese allen offen. Dadurch gibt es nachts 34 und am Wochenende 21 Autoparkplätze.

Teilweise wird der Velostreifen mit Kunststoffsignalen abgetrennt.

«Mit den Massnahmen kommen wir dem Gewerbe entgegen und berücksichtigen auch Anliegen von Anwohnenden», sagt David Walter, Projektleiter Mobilität bei der Stadt. Die meisten Massnahmen seien in den letzten Tagen umgesetzt worden, die Abtrennung der Velostreifen werde demnächst im Boden verschraubt. Das sei aber nur dort möglich, wo sich keine Park- oder Umladeplätze befinden. Mit den Abtrennungen wolle man gefährliche Überholmanöver und das Abstellen von Autos auf der Strasse reduzieren. «Das kommt immer noch relativ oft vor», sagt Walter.

In etwa so wird die Abtrennung der Velostreifen aussehen – hier ein Beispiel vom Bundesplatz.
Bild: std (Luzern, 29. 8. 2025)

Gezeigt habe der Test weiter, dass die Einnahmen aus den Parkgebühren nur minim gesunken seien, obwohl es deutlich weniger Parkplätze gibt. «Daraus schliessen wir, dass früher ein Grossteil der Parkplätze von Anwohnenden mit Dauerparkkarten besetzt wurde und so nicht für das Gewerbe zur Verfügung stand», sagt Walter. Wohin die Autos ausgewichen sind, ist der Stadt nicht bekannt.

Um die Meinung der Anwohnenden sowie des ansässigen Gewerbes noch genauer zu erfassen, führt die Stadt demnächst eine zweite Briefumfrage durch, die per Post verschickt wird (die erste fand vor Testbeginn im April statt). Im November ist ein weiterer Mitwirkungsanlass geplant. Wie es nach dem Test weitergeht, ist noch offen. Je nach Fazit wird die neue Strassengestaltung ganz oder teilweise beibehalten oder wieder rückgängig gemacht.

Kommentare (0)