Mehr Platz für Sport

Die Stadt Luzern plant eine Vierfachturnhalle auf der Allmend

Im Gebäude sollen auch Plätze für die Schulbetreuung entstehen. Die Stadt schätzt die Kosten auf rund 40 Millionen Franken.

Der Bedarf an Sportflächen ist gross in Luzern. Die Turnhallen seien auch ausserhalb des Schulbetriebs «zu nahezu 100 Prozent ausgelastet», schreibt der Stadtrat in einem Bericht und Antrag. Nun soll ein Grossprojekt die Situation entschärfen. Im Gebiet Allmend Nord plant die Stadt eine Vierfachturnhalle. Dafür soll die Sportwiese überbaut werden, die unterhalb des Allmendliwegs und des Hubelmatt-Schulhauses sowie neben der bereits bestehenden Doppelturnhalle liegt.

Der Stadtrat schätzt die Kosten auf rund 40 Millionen Franken. In einem ersten Schritt beantragt er beim Parlament einen Kredit von 3,9 Millionen Franken für den Architekturwettbewerb und die Ausarbeitung des Bauprojekts. Der Baukredit dürfte 2029 vorliegen und müsste vom Stimmvolk bewilligt werden. Gebaut werden könnte die Halle frühestens ab 2031, bezogen 2033. Die Arbeiten sollen also nach der 2027/28 geplanten Erneuerung der Leichtathletikanlage durchgeführt werden.

Fokus auf Kunst- und Geräteturnen

Mit der Halle entstünden «dringend nötige Kapazitäten für den Schulsport», schreibt der Stadtrat. Im Einzugsgebiet der Schulen Moosmatt und Hubelmatt steigen die Kinderzahlen stark; unter anderem wegen neuen Überbauungen (zum Beispiel Industriestrasse, EWL-Areal, Eichwald) oder Generationenwechseln in bestehenden Siedlungen. Weiter stärke die Halle den Breiten- und Vereinssport. Sie werde «gezielt auf die Bedürfnisse des Kunst- und des Geräteturnens ausgerichtet». Entsprechende Trainings und Wettkämpfe würden dort «gebündelt». Dies entlaste andere Hallen, etwa jene beim Bramberg und Utenberg.

Weiter will die Stadt Räume für den Schulhort in den Neubau integrieren. Auch diesbezüglich steigt mit der Zunahme der Kinderzahlen sowie der Einführung der neuen Tagesschule der Bedarf. «Rund 150 Kinder werden in Zukunft im neuen Gebäude essen und die Betreuung besuchen», führt der Stadtrat aus. Entlang der Südfassade wird zudem der eingedolte Horwerbach offengelegt, renaturiert und mit einer Entlastungsleitung für Hochwasser ergänzt.

Ein Naturrasenfeld fällt weg

Durch die Sporthalle fällt wie erwähnt ein Naturrasenfussballfeld weg – dabei ist auch für Aussensportfelder die Nachfrage gross. Um die Trainingskapazitäten sicherzustellen, soll daher vor dem Baustart für die Halle der daneben gelegene Rasenplatz in ein Kunstrasenfeld umgewandelt werden. Dieses kann intensiver bespielt werden. Weiter soll das dritte dortige Naturrasenfeld saniert werden. «Dadurch bleiben die Nutzungskapazitäten trotz eines Feldes weniger praktisch gleich», sagt Baudirektorin Korintha Bärtsch (Grüne).

Die benachbarte Doppelturnhalle bleibe auch in Zukunft bestehen. Mittelfristig ebenfalls erhalten will die Stadt die Mehrzweckhalle neben dem Armee-Ausbildungszentrum (AAL). «Bis die Vierfachturnhalle steht, brauchen wir diese sicher», sagt Bärtsch. Ob das danach auch noch der Fall ist, werde die Stadt zu gegebener Zeit eruieren.

Neben dem gewählten Standort für die Vierfachturnhalle hat die Stadt acht weitere abgeklärt, etwa das Areal Hubelmatt West/Kegelbahn, die Eichwald-Brache, den Sportplatz südlich der Doppelturnhalle, das Rasenfeld am Zihlmattweg neben den Hochhäusern, den Parkplatz neben dem AAL, das Areal der Messe und die Vorzone der Thermoplan-Arena. Diese Optionen wurden jedoch verworfen – etwa wegen enger Platzverhältnisse, der Hanglage, der mangelhaften Erschliessung oder anderen, nicht zu vereinbarenden Nutzungen.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)