Das Angebot ist äusserst beliebt: Viele Gemeinden bieten ihren Einwohnerinnen und Einwohnern schon seit Jahren vergünstigte SBB-Tageskarten an. Für 40 bis 50 Franken kann man somit einen Tag lang den ÖV in der ganzen Schweiz benutzen.
Doch damit ist bald Schluss: Ab Januar 2024 wird die bisherige Gemeinde-Tageskarte eingestellt und durch die neue Spartageskarte ersetzt. Dabei ändert sich einiges: Während bisher jede Gemeinde ein eigenes Kontingent an Tageskarten besass, gibt es künftig nur noch ein einziges nationales Kontingent von rund 4000 Tageskarten pro Tag. Diese werden zwar weiterhin von den Gemeindeverwaltungen verkauft. Aber um die Karte herauszugeben, müssen sich die Mitarbeitenden in ein zentrales Reservationssystem einloggen. Sind die 4000 Karten bereits weg, kann für den entsprechenden Tag keine Reservation mehr getätigt werden. Auch der Preis für die Tageskarten ist nicht mehr fix, sondern variiert je nach Nachfrage. So kostet zum Beispiel eine Tageskarte 2. Klasse mit Halbtax zwischen 39 und 59 Franken.
Niemand muss auf Tageskarte verzichten
Die Neuerungen kommen nicht überall gut an. Mehrere Gemeinden haben bereits angekündigt, dass sie sich am neuen System nicht beteiligen und keine Tageskarten mehr verkaufen werden. Dazu gehören unter anderem Emmen, Adligenswil und Meggen.
Allerdings müssen die Einwohnerinnen und Einwohner dieser Gemeinden nicht auf Tageskarten verzichten. Sie können diese nämlich einfach bei einer anderen Gemeinde beantragen. Denn im Gegensatz zum bisherigen System sind die Karten nicht mehr an den Wohnort gebunden. Weiterhin angeboten werden die Tageskarten beispielsweise in Kriens, Horw, Buchrain und Rothenburg. Und nun hat auch die Stadt Luzern bekannt gegeben, dass sie den Service 2024 weiter anbieten werde.
Zu viel Aufwand für Stadtbibliothek
Wer in der Stadt Luzern eine Tageskarte beziehen will, muss sich ab 2024 allerdings an einen neuen Standort gewöhnen: Bisher waren die Tageskarten in der Stadtbibliothek erhältlich. Ab Januar ist nun die Tourist Information im Bahnhof Luzern (Seite Zentralstrasse) dafür zuständig. Damit reagiert die Stadt auf den erwarteten Mehraufwand für die Ausgabestelle: Weil die neuen Tageskarten personalisiert sind, benötigt die Erfassung der persönlichen Daten vor Ort mehr Zeit.
Hinzu kommt, dass es in der Stadt wohl einen gewissen «Tageskarten-Tourismus» geben wird – vor allem aus Nachbargemeinden, die die Dienstleistung selber nicht mehr anbieten. Die Stadtbibliothek habe dafür keine Kapazität, schreibt die Stadt in einer Mitteilung. Daher setze man nun auf die Lösung mit der Tourist Information, die schon bisher diverse ÖV-Billette verkaufte.

Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.