Die im Dienst verstorbenen Schweizer Armeeangehörigen sollen ein Denkmal erhalten, und zwar beim Armee-Ausbildungszentrum Luzern (AAL) auf der Allmend. Bereits 2022 wurde bekannt, dass sich beim Ideenwettbewerb das Projekt von Künstler Andreas Schneider und Architekt Philipp Schallnau durchgesetzt hat. Nun geht es an die Umsetzung: Das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hat das Baugesuch bei der Stadt Luzern eingereicht.
Die Stätte namens «Monumoira» besteht aus einer rund 25 Meter hohen Stele, die «den Ort des Gedenkens ähnlich einer Säule vertikal verortet und den Gedenkort aus der Umgebung sichtbar macht», wie es in den Baugesuchsunterlagen heisst. «Die Spitze ist mit einem weissen, punktförmigen warmen Licht bekrönt, das am Tag und insbesondere in der Nacht den Ort des Gedenkens sichtbar macht.» Die Stele stehe auch für eine Verbindung des «Irdischen mit dem Überirdischen», wie einer früheren Medienmitteilung des VBS zu entnehmen ist.
Wie eine Narbe im Boden
Weiter geplant ist ein in den Boden eingelassenes, rund 165 Meter langes Metallband, «welches das Areal des AAL wie eine Narbe durchschneidet und das Gelände damit nachhaltig prägt», wie es in der Mitteilung heisst. Dieses steht «sinnbildlich die Vernarbung nach einem Schnitt», ist den Gesuchsunterlagen zu entnehmen. An einer Stelle wird die Wiesenfläche abgesenkt, wodurch die tieferen Schichten des Metallbandes zum Vorschein kommen. Darauf sind Inschriften zu den Themen Schmerz, Verlust, Trauer und Versöhnung geplant. Weiter entsteht eine chaussierte Fläche für Besucherinnen und Besucher mit Sitzgelegenheit.
Die Gedenkstätte sei gemäss Medienmitteilung ein Symbol für den Einsatz von über 10'000 Menschen, die im Dienst ihr Leben gelassen haben – sei es beim Grenzeinsatz während der Weltkriege, bei Flugzeugabstürzen, bei Schiess-, Munitions- und Verkehrsunfällen oder bei Gebirgsunglücken. Sie sei auch für Zivilpersonen gedacht, etwa Mitarbeitende der Militärverwaltung oder zivile Opfer von Unglücken. Das Denkmal soll «den Hinterbliebenen und Armeeangehörigen als Ruhe- und Besinnungsort sowie der Armee als Veranstaltungsort von Gedenkfeiern dienen», wie es in den Gesuchsunterlagen heisst.
Der Name «Monumoira» setze sich aus den Begriffen monēre (lateinisch für erinnern, mahnen) und moira (griechisch für Anteil, Los, Schicksal) zusammen. Gemäss Baugesuch betragen die Kosten für das Projekt rund 1 Million Franken, Baustart sowie Fertigstellung sollen noch in diesem Jahr erfolgen. (std)

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