Ein Drohnenflug über den Landsgemeindeplatz, der See im perfekten Blau – dann setzt ein englischsprachiger Rap ein. Mehr als 160'000 Aufrufe hat der Song «Zug My Home» bereits erzielt – das ist für eine Stadt wie Zug mit über 30'000 Einwohnerinnen und Einwohnern bemerkenswert. Das Video zeigt die Kolinstadt so, wie sie sich gerne sieht: geordnet, wohlhabend und erstaunlich ruhig. Doch zwischen den Zeilen erzählt der Song noch eine andere Geschichte.
Hinter dem Projekt steht der Blogger Dimitris Margetas, der unter dem Namen «Zug.Rocks» seit Jahren seine Beobachtungen über das Leben in der Stadt in den sozialen Medien teilt. Der aus der Schweiz und Griechenland stammende Margetas hat sich bewusst für Zug entschieden. Der Song beschreibt eine Stadt, die nach eigenen Regeln funktioniert. Besonders prägnant: 30’000 Einwohner stehen 40’000 Unternehmen gegenüber.
Dieses Bild einer kleinen, aber wirtschaftlich enorm bedeutenden Stadt zieht sich durch das ganze Video. Eine Postkartenansicht reiht sich an die nächste: Altstadt, See, gepflegte Strassen, ruhige Plätze. Hektik oder Brüche sind kaum zu sehen. Zug erscheint als geordneter, wohlhabender und funktionierender Ort. Margetas beschreibt die Stadt aus der Perspektive eines Zugezogenen. Die Botschaft ist klar: Zug ist für ihn zur Heimat geworden.
Auch weniger glanzvolle Seiten werden im Video gestreift: ein angespannter Wohnungsmarkt, volle Pendlerzüge am Morgen, eine Stadt, die abends schnell leer wirkt. Er beschreibt, wie sich Zug anfühlt – und wie man sich darin zurechtfindet. Der Song bleibt beobachtend und verzichtet weitgehend auf Wertungen.
Das Video bewegt sich damit zwischen Imagefilm und persönlichem Erfahrungsbericht. Am Ende richtet Margetas den Blick direkt ans Publikum: «Ich hoffe, Zug war, ist oder wird auch dein Zuhause.»
Gemischte Reaktionen in den sozialen Medien
Auch in den sozialen Medien löst das Video Reaktionen aus. Neben zahlreichen positiven Rückmeldungen finden sich auch kritische Stimmen. Diskutiert wird insbesondere die englische Sprache des Songs, die von einigen als untypisch für Zug empfunden wird. Mehrere User fordern, dass ein Lied über die Stadt in Deutsch oder Schweizerdeutsch gehalten sein sollte. Vereinzelt wird auch die Sorge geäussert, dass sich das Stadtbild und die lokale Identität verändern. Gleichzeitig zeigt sich in vielen Beiträgen eine breite internationale Resonanz: Zahlreiche Kommentare stammen von Zugezogenen oder ehemaligen Bewohnern, die ihre Verbindung zu Zug betonen und das Video positiv aufnehmen.
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