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Laboratorium der Urkantone

So steht es um die Lebensmittelqualität

Das Laboratorium der Urkantone legt den Jahresbericht 2024 vor. Gravierende Fälle gab es nur wenige.
Das Trinkwasser ist in den Urkantonen von bester Qualität.
Bild: Symbolbild: Florian Arnold

Nur 29 Betriebe (1,5 %) der von der Lebensmittelkontrolle insgesamt 1888 kontrollierten Betriebe wiesen gravierende Mängel auf und mussten mehrfach innert kürzester Zeit kontrolliert werden, schreibt das Laboratorium der Urkantone in einer Mitteilung zum Jahresbericht 2024. Allerdings war in 491 Fällen (26%) die Selbstkontrolle ungenügend oder in 352 Fällen (19%) waren die vorgefundenen Lebensmittel zu beanstanden. Prozesse und Tätigkeiten waren in 364 Fällen (19%) nicht konform. In 253 Betrieben (13%) entsprach die angetroffene baulich-betriebliche Situation nicht den geltenden Bestimmungen.

Von 1951 erhobenen Lebensmitteln aus Detailhandel, Gastronomie, Metzgereien und Bäckereien entsprachen 302 (17%) nicht den lebensmittelrechtlichen Anforderungen. Spätzli und Teigwaren mussten am meisten beanstandet werden. Fleischgerichte, Suppen, Saucen, Sandwiches und Birchermüesli schnitten besser ab. Erfreulich waren die Resultate von 85 untersuchten Milchprodukten, wo nur ein Käse und ein Joghurt zu beanstanden waren.

Hervorragendes Trinkwasser

In Restaurants, Bistros, Tankstellenshops und Detailhändlern wurden 274 Milchproben aus Kaffeemaschinen untersucht. 54 Proben (20%) entsprachen nicht den Richtwerten, was auf eine ungenügende Reinigung und zu lange Standzeiten hindeutet. Die Kampagne wurde mit anderen Kantonen der Zentral- und Ostschweiz und dem Tessin durchgeführt. In den Urkantonen wurden zehn Proben erhoben, davon waren zwei (20%) zu beanstanden.

Von den untersuchten 2853 Trinkwasserproben entsprachen 78 Prozent den gesetzlichen Anforderungen. Das Trinkwasser wurde auch auf per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS) untersucht. Alle Proben lagen unter den aktuell gültigen Höchstwerten und zeigen ein erfreuliches Bild der Rückstandssituation in den Urkantonen.

14 von 21 kontrollierten Betrieben, die Lebensmittelverpackungen herstellen, verarbeiten oder importieren, wiesen eine ungenügende Selbstkontrolle auf. Die Beanstandungsquote bei den Importeuren lag mit 82 Prozent deutlich höher als bei den Herstellern respektive Verarbeitern (40%).

Moderhinke und Vogelgrippe

Die Moderhinke ist eine schmerzhafte Klauenkrankheit bei Schafen. Sie befällt oft die ganze Herde und führt zu deutlichen wirtschaftlichen Einbussen. Das nationale Bekämpfungsprogramm bei Schafen hat am 1. Oktober 2024 begonnen. Ziel ist es, die Krankheitsrate innert fünf Jahren auf unter 1 Prozent zu bringen.

Etwa 10 Prozent der schweizerischen Schafpopulation befindet sich in den Urkantonen (rund 35’000 Schafe in etwa 800 Schafhaltungen). Ende 2024 waren Untersuchungen bei 230 Schafhaltungen durchgeführt worden, davon waren 32 der Proben positiv für Moderhinke. Der Wert von 14 Prozent positiver Haltungen war erfreulicherweise kleiner als der schweizweite Durchschnitt von etwa 20 Prozent. Dies zeige, dass die Schafhalter der Urkantone bereits viel Arbeit investiert hätten, heisst es in der Mitteilung des Laboratoriums.

Im November kam es im Kanton Uri bei einem Schwan zum schweizweit ersten Vogelgrippe-Fall des Winters 2024/25. Das Laboratorium der Urkantone hat daraufhin in Absprache mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen ein Kontroll- und ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Da im Anschluss keine weiteren Fälle festgestellt wurden, konnten die Massnahmen per Ende November wieder aufgehoben werden. Es kam bis Ende Jahr in der Schweiz nur noch zu zwei weiteren Fällen, wo das Virus H5N1 in der Region Bodensee bei je einer Möwe festgestellt wurde.

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