Das künftige Inseli wird endlich konkret – vier Jahre nach der Sistierung des ersten Projektwettbewerbs durch die Stadt wurden am Freitag die Sieger des neuen Projektstudienauftrags präsentiert. Das Planerteam um das Basler Büro Zwikr Studio GmbH sticht mit seinem Vorschlag «Inseli bewegt!» fünf andere Teams «einstimmig» aus, wie es vor den Medien heisst. «Es kombiniert die vom Volk geforderten Vorgaben eines carfreien Inselis und den Erhalt des Määs-Standortes toll», sagt Baudirektorin Korintha Bärtsch (Grüne). Gleichzeitig werde das heute zweigeteilte Inseli (Park und Carparkplatz) zu einem Ganzen zusammen gefügt.
Inseli ist seit Jahren ein Zankapfel
Die Umgestaltung des Inselis hat eine lange Vorgeschichte: 2017 sagte das Stimmvolk Ja zur Juso-Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine». Allerdings zeigte sich bald, dass bei einer Begrünung des Carparkplatzes die Määs bedroht wäre. Und diese soll gemäss dem Volkswillen am Inseli bleiben - eine entsprechende Initiative wurde 2023 angenommen. Seit 2022 ist die Asphaltfläche zumindest schon mal carfrei und wird seither zwischengenutzt. Bloss: auch das Carproblem ist noch nicht gelöst. Auch der Durchgangsbahnhof könnte das Inseli rein räumlich noch tangieren. Doch Baudirektorin Korintha Bärtsch sagt: «Wir können mit der Umgestaltung des Inselis trotzdem vorwärtsmachen, allenfalls braucht es zu eine späteren Zeitpunkt einfach Anpassungen.»
Beurteilt wurden die eingereichten Vorschläge von einer «umfangreichen Jury», der unter anderem Behördenmitglieder, Määs-Vertreter, aber auch externe Fachpersonen wie etwa eine Ökologin angehörten. Das sind die wichtigsten Punkte des Siegerprojekts:
Die bestehenden räumlichen Strukturen bleiben grundsätzlich erhalten.
Im Süden (heute Buvette Volière) wird eine sogenannte Stadtterrasse geschaffen - neu mit einer ganzjährigen Buvette und einem flexiblen Generationenspielplatz mit Wasserspiel .
Im Norden ist wie bereits heute eine mobile Buvette vorgesehen.
Die seeseitige Grünfläche , die eine beliebte Liegefläche ist, wird deutlich vergrössert.
Mit Pétanque , Tischtennis , mobilen Elementen, Spielen auf dem Boden und vielen Sitzgelegenheiten wird das Nutzungsangebot auf dem Inseli insgesamt weiter attraktiviert.
Statt wie heute flach wird das Inseli an einigen Stellen eine leichte Topografie erhalten.
Die markante Baumreihe , die heute das grüne vom grauen Inseli trennt, bleibt erhalten.
Der nördliche Teil der heutigen Asphaltfläche wird zum sogenannten Wandelplatz . Ein flexibler Raum beispielsweise für Foodfestivals, der aber oft auch einfach frei sein soll.
Die Määs auf dem Inseli ist gesichert
Eine der wichtigsten Fragen natürlich: Hat die Määs immer noch genug Platz? «Aber klar», sagt Bärtsch und fügt an: «Die Augen der Määs-Verantwortlichen haben geleuchtet, als sie den künftigen Situationsplan gesehen haben.» Überall dort, wo heute Asphalt ist, entstehen entweder Schotterrasenflächen oder sogenannte Ruderalflächen, die vor der Määs jeweils geschnitten werden. Der Lunapark hat gleich viel Platz wie heute.
Das Siegerprojekt wertet das Inseli aber auch ökologisch auf: die heutigen Grossbäume erhalten bessere Bedingungen, neue werden gepflanzt. Zudem schafft man mit kleinen Inselaufschüttungen im Wasser wertvolle Biodiversitätsräume. Überhaupt das Ufer: Heute ist das Inseli umgeben von Befestigungsmauern. «Davon werden wir es auf weiten Strecken befreien und zum Wasser hin öffnen», sagt Landschaftsarchitekt Martin Zwahlen von Zwikr Studio GmbH. Trotzdem werde das Inseli nicht zur Badi.
Kosten von mindestens 7,7 Millionen Franken
Die externe Grobkostenschätzung für das Siegerprojekt liegt bei 7,7 Millionen Franken und damit leicht unter der Kostenschätzung der Machbarkeitsstudie. Weil darin etwa die Ausstattung der Gebäude nicht eingerechnet sind, dürften es am Ende 10 Millionen sein.
Zunächst startet aber die Projektierungsphase, die mit einem Budget von 1,5 Millionen ausgestattet ist. Doch bis die ersten Bagger auffahren, dauert es noch lange. Im besten Fall soll der Baukredit dem Stadtparlament 2028 vorgelegt werden können. Geht alles glatt, wäre der Baustart 2029 und die Inbetriebnahme 2031. Warum erst dann? Der Entwurf bis zum fertigem Projekt bedeutet laut Projektleiter Lukas Arni «einen massiven Aufwand», es gebe so viele Details zu klären «an dieser zentralen und auch heiklen Lage». Will heissen: die Zwischennutzung bleibt uns noch länger erhalten.
Alle Projekte werden ab heute ausgestellt im Inseli; mit Audiobeiträgen, die über QR-Codes abgerufen werden können. Die Ausstellung ist frei zugänglich und dauert bis am 29. Juni. Am 25. Juni finden um 15 und 17 Uhr öffentliche Führungen statt.




Kommentare
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien, die Kommentare werden von uns moderiert.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben.