Uri

Grosskonzern trifft KMU: Zwei Wege zu mehr Nachhaltigkeit

Am dritten Netzwerkanlass der Urner Beratungsfirma Sustainer zeigten die Firmen Siemens Schweiz und Röösli AG, wie Grosskonzern und KMU den Wandel in der Praxis angehen.

Wie wird Nachhaltigkeit im Unternehmertum vom Lippenbekenntnis zum wirtschaftlichen Erfolgsfaktor? Darüber diskutierten am 18. August in Altdorf über 60 Teilnehmende beim 3. Netzwerkanlass der Urner Beratungsfirma Sustainer. Mit Gerd Scheller (Country-CEO von Siemens Schweiz und CEO von Siemens Mobility Schweiz) und Fabio Walser (Geschäftsführer Röösli AG) gaben zwei erfahrene Führungspersönlichkeiten konkrete Praxiseinblicke, wie es in einer Mitteilung der Beratungsfirma Sustainer heisst.

Nachhaltigkeit in der Praxis. Es diskutierten (von links): Lorie Biderbost (Beraterin Sustainer), Fabio Walser (Geschäftsführer Röösli AG), Gerd Scheller (Country CEO von Siemens Schweiz und CEO von Siemens Mobility Schweiz) und Luca Dittli (Inhaber und Geschäftsführer Sustainer).
Bild: zvg

Durch den Verkauf nachhaltiger Technologien ermöglichte Siemens im Jahr 2025 die Einsparung von 199 Millionen Tonnen CO₂ – das Vierfache des jährlichen Schweizer Gesamtausstosses. Siemens zeigt Konsequenz: Neben dem Verkauf werden die eigenen Scope-1- und 2‑Emissionen bis 2030 auf Netto-Null gesenkt. Ebenso konsequent bindet das Unternehmen die Wertschöpfungskette ein: Mit den rund 1900 Schweizer Lieferanten sucht Siemens den aktiven Dialog. Statt einer «Transformation an der kurzen Leine» setzt das Unternehmen auf Partnerschaft. Die Botschaft von Gerd Scheller an die Partner war dennoch eindeutig: Wer sich dem Wandel verwehrt, verspielt künftige Aufträge. «Ein Vorteil von KMU: Sie können sich schneller dem Wandel anpassen und sind nicht von starren Konzernstrukturen abhängig», führte Scheller aus.

Die Komplexität durchbrochen

In vielen KMU ist die Haltung zur Nachhaltigkeit gespalten. Das verleitet zu Abwehrreflexen wie: «Was können wir Kleinen schon bewirken?» Fabio Walser bewegten zwei Erkenntnisse: Erstens nehmen die grossen Auftraggeber das Thema längst ernst. Zweitens rückt eine neue Generation von Entscheidungstragenden nach, für die Nachhaltigkeit selbstverständlich ist. Die Röösli AG hat sich des Themas deshalb angenommen und ist gestartet – ohne den Anspruch, von Anfang an perfekt zu sein. Die Motivation brachte Walser auf den Punkt: «Wir handeln nachhaltig, weil es richtig ist.» Und wie weiter? «Wir führen die mit Sustainer erarbeitete Strategie und Roadmap weiter und bleiben am Ball.»

«Nachhaltigkeit ist kein weicher Imagefaktor mehr, sondern ein zentraler Baustein für die wirtschaftliche Resilienz und den Erfolg», betonte Luca Dittli von Sustainer. «Bei Sustainer wollen wir die Komplexität aufbrechen und Unternehmen mit Praxiseinblicken und persönlicher Beratung zum Anpacken motivieren.» (zvg)

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