«Übergriffe und sexuelle Gewalt unter Jugendlichen sind leider auch im Kanton Uri traurige Realität», schreibt die Bildungs- und Kulturdirektion (BKD) in einer Medienmitteilung. Die Fachstelle Kindesschutz führt deshalb die Präventionskampagne «Love Limits» auf der Oberstufe durch.
Verschiedene Untersuchungen weisen gemäss Medienmitteilung darauf hin, dass sexuelle Gewalt unter Jugendlichen zunimmt. Entsprechend würden Erziehungsberechtigte und Lehrpersonen vermehrt mit Problemsituationen konfrontiert, wo Jugendliche die gegenseitigen Grenzen nicht einhalten oder die sexuelle Integrität missachten.
Die Zahlen, die die BKD in der Medienmitteilung zitiert, geben zu denken: Rund drei Viertel der betroffenen Schülerinnen und Schüler erfahren sexuellen Missbrauch durch ihnen bekannte Jugendliche unter 18 Jahren. Knapp 10 Prozent der Jungen und 28 Prozent der Mädchen seien zudem schon über digitale Medien sexuell belästigt worden. «Sexuelle Übergriffe unter Jugendlichen sind also ein ernst zu nehmendes Thema, das aber oftmals tabuisiert wird», heisst es in der Mitteilung weiter. «Prävention ist deshalb wichtig.»
Ausstellung und Elternabende zum Thema
Daher haben die Fachstelle Kindesschutz und der Schulpsychologische Dienst entschieden, die Präventionskampagne «Love Limits» im Jahr 2024 wieder durchzuführen. Die interaktive Wanderausstellung wird zwischen dem 10. September und dem 2. Oktober von sämtlichen 2. und 3. Klassen der Urner Oberstufe besucht.
Im Mittelpunkt der Kampagne steht die Prävention. «Die Ausstellung unterstützt Jugendliche durch eine aktive Auseinandersetzung dabei, sich unter Gleichaltrigen in Beziehungen und bei Trennungen achtsam sowie respektvoll zu verhalten», schreibt die BKD weiter. Konkret werden gemäss Mitteilung folgende Aspekte als bedeutende Präventionsfaktoren thematisiert: sich selbst treu bleiben, eigene Gefühle und Bedürfnisse ernst nehmen, Rechte und Pflichten kennen, verantwortungsbewusst handeln, gegenseitige Grenzen respektieren und Hilfe holen. Die Ausstellung trägt zudem auch bei Lehrpersonen und Eltern zur Sensibilisierung gegenüber sexueller Gewalt unter Jugendlichen bei. Entwickelt wurde sie gemeinsam vom Didaktischen Zentrum Rapperswil-Jona, dem Kinderschutzzentrum St.Gallen und dem Amt für Soziales des Kantons St.Gallen.
Ohne die tatkräftige Unterstützung der Moderatorinnen und Moderatoren aus den Bereichen Kinder- und Jugendpsychologie, Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendmedizin, Jugend- und Erwachsenenstrafrecht, Opferhilfe sowie Jugendberatung wäre die Durchführung der Präventionskampagne nicht möglich, wie die BKD schreibt. «Wir sind aber auch davon überzeugt, dass die Fachpersonen ihrerseits durch die Erfahrungen während der Führungen und den Vernetzungsgewinn von ihrem Engagement profitieren», wird Anuar Keller Buvoli, Leiterin der Fachstelle Kindesschutz, in der Mitteilung zitiert.
Ergänzend zur Ausstellung finden am 9. und 18. September, jeweils 19 Uhr, im Prüfungssaal der Kantonalen Mittelschule Uri in Altdorf zwei Elternabende statt. Weitere Infos finden sich auf dem Flyer «Love Limits» auf der Website des Kantons Uri. (eca)

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