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Sempach

Asylunterkunft auf der Allmend schliesst im Herbst – damit fallen 50 Plätze weg

Die Unterkunft für Flüchtende muss weichen. Der Kanton will die Räume künftig als Provisorium für Büros nutzen. Für die aktuell 40 betroffenen Personen ist noch keine Lösung absehbar.
Das ehemalige Bürogebäude der Firma Suisag wird ab Herbst nicht mehr als Flüchtingsunterkunft genutzt.
Bild: Boris Bürgisser (Sempach, 20. 4. 2026)

Die Asylunterkunft auf der Allmend in Sempach ist bald Geschichte. Wie der Kanton am Montag in einer Mitteilung schreibt, wird das ehemalige Bürogebäude der Firma Suisag ab Oktober nicht mehr als temporäre Kollektivunterkunft dienen. Die Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen (DAF) richtete das Asylzentrum im Herbst 2022 ein. Damals war der Bedarf an freien Plätzen zur Unterbringung von Flüchtenden besonders gross. Da der Kanton eine Notlage ausgerufen hatte, standen viele Gemeinden unter Druck, um freie Wohnungen bereitzustellen.

In Sempach komme die befristete Nutzung mit der bevorstehenden Gesamtsanierung des Zivilschutz-Ausbildungszentrums nun zu einem Ende, wie die Kommunikationsabteilung der DAF auf Anfrage erklärt. Die Bauarbeiten für das unmittelbar benachbarte 50-jährige Zentrum sollen Anfang 2027 starten. Die Suisag-Liegenschaft will der Kanton vorübergehend wieder als Provisorium für Bürozwecke nutzen.

Der Betrieb der Asylunterkunft auf der Allmend war ursprünglich bis Anfang 2024 geplant gewesen. Gemäss der DAF konnte das Gebäude «dank des Entgegenkommens der Vermieterin und der Standortgemeinde» länger als Kollektivunterkunft genutzt werden als zunächst kommuniziert. Unter dem Begriff Kollektivunterkunft verstehen die Behörden «eine betreute Unterkunft für die Unterbringung von Personen aus dem Asylbereich mit mindestens 50 Plätzen».

40 Personen brauchen eine neue Unterkunft

Im Fall von Sempach sind es gemäss dem Kanton genau 50 Plätze, die mit dem Wegfall der Unterkunft für Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingswesen ab Herbst nicht mehr zur Verfügung stehen. Ersatz sei bisher noch nicht gefunden worden. Die Unterbringungssituation sei im Asyl- und Flüchtlingswesen weiterhin «sehr angespannt» und die Schaffung von genügend Plätzen bleibe deshalb «äusserst herausfordernd». Die DAF verliere laufend Unterbringungsplätze. Dies aufgrund befristeter Mietverhältnisse sowie vieler auslaufender Zwischennutzungen, die der Kanton in den vergangenen Jahren habe eingehen können.

Gleichzeitig bleibt die Zahl der unterzubringenden Personen gemäss der DAF hoch. Daher müsse der Kanton weiterhin zahlreiche Unterbringungsplätze neu schaffen. «Dies stellt aufgrund der aktuellen Wohnungsnot eine grosse Herausforderung dar.» Saisonbedingt sei in den nächsten Wochen mit einem Anstieg der Asylgesuchzahlen zu rechnen, «was in der Folge auch zu höheren Zuweisungen an die Kantone führt».

Aktuell wohnen gemäss den Behörden 40 Personen im ehemaligen Sempacher Bürogebäude. Alle würden im Zuge der Schliessung umplatziert, «abhängig von ihrer individuellen Situation, entweder in andere Kollektivunterkünfte oder in Kantonswohnungen». Wo genau für die Betroffenen eine neue Bleibe gesucht wird, beantwortet die DAF nicht.

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