Kanton Uri

Die Pfarrkirche und die Orgel feiern Geburtstag

Die Pfarrei Seelisberg feiert das 90-jährige Bestehen der Pfarrkirche St. Michael am 18. Oktober mit einer musikalischen Zeitreise.

Die Geschichte der Pfarrkirche von Seelisberg reicht bis in die Zeit der Gründung der Schweiz zurück. In Schillers «Tell» wird geschrieben, dass die Schwyzer zum Rütli fuhren, als die Kirche in Seelisberg die dritte Morgenstunde schlug. Urkundlich wird in Seelisberg erstmals am 7. März 1262 eine Kirche erwähnt. Im Jahr 1546 weihte der Bischof von Konstanz die Vorgängerin der heutigen Dorfkirche von Seelisberg ein.

Am 29. September 1935 wurde in Seelisberg der Grundstein für die heutige Michaelskirche gelegt, mit doppelt so viel Platz für die Gläubigen wie bisher. Angeregt hat diesen Neubau Pfarrer Alois Herger, der auch sogleich Pläne, Kosten sowie ein Modell der neuen Kirche vorlegte. Die Kosten für den Neubau waren auf 250'000 Franken veranschlagt.

Bereits am 20. September 1936, nicht einmal ein Jahr später, konnte der Bischof von Chur die neue Kirche einweihen. Die bildliche Gestaltung des Innenraums stammt vom Gossauer Kunstmaler Augustin Meinrad Bächtiger. Die farbenreichen grossen Kirchenfenster verzaubern die Besucher immer wieder aufs Neue.

Eine Goll-Orgel zur Einweihung der Kirche

Wie die Pfarrkirche von Seelisberg feiert auch die Kirchenorgel in diesem Jahr das 90-jährige Bestehen. Diese ist ein wertvolles Zeugnis des Orgelbaus der Zentralschweiz, wurde sie doch vom bekannten Luzerner Orgelbauer Paul Goll erbaut.

Charakteristisch sind der grossflächige Freipfeifenprospekt sowie die wunderbaren klanglichen Möglichkeiten, welche die Orgel den Musikern bietet. Beim Neubau wurden zudem einzelne Register der früheren Spaichorgel aus der alten Kirche weiterverwendet. Damit die Orgel auch in Zukunft ihre grosse Klangvielfalt entfalten kann, wurde sie kürzlich umfassend renoviert.

Oliver Tjabben präsentiert ein Orgelfeuerwerk

Am Sonntag, 18. Oktober, lädt die Pfarrei Seelisberg um 17 Uhr zu einem Orgelfeuerwerk zum Kirchen- und Orgeljubiläum in die Pfarrkirche ein. Für das Jubiläumskonzert konnte mit Oliver Tjabben ein Musiker verpflichtet werden, der historische Orgelmusik und moderne Perspektiven zu verbinden weiss. Oliver Tjabben hat an zahlreichen Universitäten studiert und sich dabei auf verschiedenen historischen Instrumenten ausbilden lassen. Sein Hauptinteresse gilt der Musik der deutschen Romantik. Der Musiker lebt in Hamburg und arbeitet dort als Studienreferendar.

Das Konzert mit Erläuterungen zur 90-jährigen Geschichte der Kirche und Orgel führt von Buxtehude und Bach über Max Reger bis zu Hugo Distler. Der Eintritt zum Konzertabend ist frei. Im Anschluss sind alle zu einem gemeinsamen Apéro eingeladen, um die beiden Jubiläen feiern zu können.

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