Wesentliche Teile der Wasserversorgungsanlagen Volligen-Treib im Norden Seelisbergs entsprechen nicht mehr den minimalen Anforderungen an eine zeitgemässe Trinkwasserversorgung. Das hält das Laboratorium der Urkantone in einem Kontrollbericht fest. Zudem ist die Lebensdauer der Versorgungsleitungen und Armatureneinbauten abgelaufen oder steht kurz davor abzulaufen. Neben der Überalterung der Bausubstanz hat die Wasserversorgung Volligen-Treib auch mit der Qualität und Quantität des Quellwassers zu kämpfen. Die Quellen Äbnet sind das einzige Standbein der Wasserversorgung Volligen-Treib. Neben mikrobiologischen Verschmutzungen kommt es immer wieder zu starker Trübung im Quellwasser. Bei anhaltender Trockenheit kann der Maximalbedarf der Versorgung nicht gedeckt werden.
Diese Zustände dauerten in der Vergangenheit mehrmals so lange, dass für die Versorgung eine provisorische Verbindung mit der Wasserversorgung Seelisberg hergestellt werden musste. Das daraufhin gemeinsam durch die Wasserversorgungsgenossenschaft Volligen-Treib und die Wasserversorgung Seelisberg ausgearbeitete Bauprojekt hat aufgezeigt, dass für eine langfristige Sicherstellung der Versorgung Volligen-Treib eine Anbindung an die Wasserversorgung Seelisberg zentral sein wird.
«Die Trinkwasserreserven der Gemeindeversorgung Seelisberg sind nach heutigem Stand gross genug, um auch den Verbrauch der Versorgung Volligen-Treib abdecken zu können», schreiben Gemeinderat und Wasserkommission in ihrer Botschaft zur Gemeindeabstimmung vom 8. März. Allerdings bestehe bisher keine permanente Verbindung zwischen den Netzen der beiden Versorgungen. Eine neue, 870 Meter lange Verbindungsleitung soll diese Aufgabe in Zukunft erfüllen. Sie beginnt am Ende der Hydrantenleitung ins Zingeli und endet im Bereich des Reservoirs Äbnet. Neben der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung Volligen-Treib wird auch die Löschwasserversorgung des Gebiets Zingeli-Äbnet mit zwei neuen Hydranten verbessert. Zusammen mit dem Bau der Trinkwasserleitung wird die Gestaltung der Steckenmattstrasse angepasst. Das befestigte Trottoir auf der Talseite wird im Bereich des Leitungsneubaus durch einen Kiesweg ersetzt.
Gebühren für Trinkwasser sollen gleich bleiben
Weil die Liquidität gut ist, kann die Baukreditsumme voraussichtlich aus eigenen Mitteln gestemmt werden. In den nächsten Jahren werden weitere Investitionen auf die Wasserversorgung Seelisberg zukommen. Dazu zählen diverse Sanierungen im Leitungsnetz und der Wasserspeicherung. Auch allfällige Infrastrukturausbauten im Rahmen möglicher Grossprojekte sind unter Umständen notwendig. Zum jetzigen Zeitpunkt kann der Neubau der Wasser-Anschlussverbindung «Zingeli-Äbnet» ohne eine Erhöhung der Trinkwassergebühren realisiert werden.
Sagt die Bevölkerung ja zum Kredit, können die Arbeiten im Juni begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist auf den Herbst geplant.



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