Schwingen

FCL-Stadion wird zur Schwingarena – mögliches Barrage-Spiel sorgt für Brisanz

Das Luzerner Kantonale Schwingfest findet 2027 in der Heimstätte des FC Luzern statt. Der Entscheid bringt organisatorische Vorteile, wirft aber auch Fragen rund um ein mögliches Barrage-Spiel auf.
Im Stadion des FC Luzern findet im Sommer 2027 das Luzerner Kantonale Schwingfest statt.
Bild: Philipp Schmidli / Keystone (19. 4. 2025)

Das 107. Luzerner Kantonale Schwingfest Horw findet am 6. Juni 2027 nicht wie ursprünglich geplant auf der Sportanlage Seefeld in Horw statt, sondern erstmals im Fussballstadion des FC Luzern. Grund für den Standortwechsel sind Probleme mit der Bodenbeschaffenheit und Belastbarkeit des vorgesehenen Geländes.

Wie das Organisationskomitee mitteilt, hätten umfangreiche Abklärungen gezeigt, dass der Bau einer temporären Schwingarena auf dem Seefeld nur mit erheblichen baulichen Eingriffen möglich gewesen wäre.

Gemeinsam mit den beteiligten Partnern prüfte das OK deshalb Alternativen – und fand sie im Stadion des FC Luzern. Die Swisspor-Arena, die ab August Thermoplan-Arena heisst, reduziere den Bedarf an temporären Bauten deutlich, zudem hätten auch die gute ÖV-Anbindung sowie Sicherheits- und Nachhaltigkeitsaspekte für den Standort gesprochen. «Auch wenn wir es bedauern, dass das Schwingfest nicht in Horw durchgeführt wird, haben wir volles Verständnis für diesen Schritt», lässt sich Horws Gemeindepräsident Gaudenz Zemp zitieren.

Mögliches Barrage-Spiel wäre nicht in der FCL-Heimstätte

Ganz ohne Brisanz ist der Entscheid allerdings nicht. Nur zwei Tage vor dem Schwingfest könnte in der Arena noch ein Barrage-Spiel stattfinden. Der Fussballverband hat die Barrage-Partien zwischen dem Vorletzten der Super League und dem Zweiten der Challenge League auf den 1. und 4. Juni 2027 angesetzt. Beim FC Luzern erklärt man, diese Möglichkeit sei bei den Planungen berücksichtigt worden. Der Aufbau für das Schwingfest beginne bereits vor dem Freitag, weshalb ein mögliches Barrage-Heimspiel nicht im Stadion stattfinden könnte. Gleichzeitig hält FCL-Mediensprecher Lukas Kurth fest: «Aus sportlicher Sicht ist unser Anspruch klar: Die Barrage soll auch in der kommenden Saison kein Thema sein.»

Der FCL sagt, dass die Durchführung des Schwingfestes im Stadion ein bewusst getroffener Entscheid sei. Die Vermietung der Arena ermögliche Einnahmen «in substanzieller Höhe», die dem Klub zugutekämen.

FCL offen für Grossanlässe

Das Schwingfest könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Arena künftig vermehrt auch für andere Grossanlässe genutzt wird. Zwar liege der Fokus weiterhin auf Fussballspielen – insbesondere auf möglichen Partien von Schweizer Nationalteams, sagt FCL-Mediensprecher Lukas Kurth. Zusätzliche Veranstaltungen und Konzerte schliesst der Klub aber nicht aus.

Das Schwingfest passe zeitlich gut zur ohnehin geplanten Rasensanierung im Sommer 2027, wodurch Synergien genutzt werden könnten. Ganz Neuland sind Grossanlässe ausserhalb des Fussballs in der Arena nicht: Kurz nach der Eröffnung des Stadions im Herbst 2011 fand im Sommer 2012 eine grosse Schlagernacht mit rund 11'000 Besucherinnen und Besuchern statt.

Ruedi Burkard, OK-Präsident des Luzerner Kantonalen, bedankt sich beim FC Luzern für die Unterstützung. Auch der Luzerner Kantonale Schwingverband begrüsst den Entscheid. Präsident Eugen Senn spricht von einer Chance, «neue Impulse zu setzen und das Schwingfest nachhaltiger zu gestalten».

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