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Kulturdenkmal

Einblick in einzigartiges Sägewerk

Am Schweizerischen Mühlentag kann die Bielen-Säge in Unterschächen besichtigt werden.

Die Bielen-Säge in Unterschächen ist ein Sägewerk von 1850. In der Säge wird Geschichte nicht erklärt. Die vorindustrielle Technik und das Handwerk werden mit allen Sinnen erlebbar. Über den Lärchenkanal wird das Quell- und Gletscherwasser zum Wasserrad geleitet, das die Kraft über die Transmission, ganz ohne Strom, weitergibt. Das grosse Wasserrad (Durchmesser 3,5  Meter) setzt sich langsam in Bewegung.

Die Bielen-Säge in Unterschächen.
Bild: Urs Hanhart

Bis 1955 war die Säge in Betrieb und verwahrloste anschliessend. Dank grosszügigen Spenden von Privatpersonen und Institutionen wurde das Sägewerk 1991 mit erheblichem organisatorischem, finanziellem und fachlichem Aufwand restauriert und funktionsfähig gemacht. Über 500‘000 Franken wurden investiert.

Am Mühlentag wird nebst Technik und Handwerk auch von Menschen und Geschichten erzählt. So werden Dokumente zum legendären Klausenrennen der Jahre 1922 bis 1934 präsentiert, darunter wird tagsüber am Mühlentag auch die Originalzeitmessung vom Klausenrennen 1922-1934 installiert. Erfunden wurde sie vor über 100 Jahren und war  europaweit einmalig. Zudem erinnern auch diverse Bilder und Texte an Suworows-Feldzug im Jahr 1799 mit rund 18000 Soldaten zum Kinzigpass - Geschichte, die tief In der Region, insbesondere im Schächental verankert ist.

Zum Sägegelände gehört auch der aus einem Granitblock gehauene Brunnentrog aus Wassen. Er wurde um 1870 von einem italienischen Steinmetz geschaffen – als Freizeitarbeit während des Baus der SBB-Bergstrecke. Gespiesen wird er von einer früheren Thermalquelle rund 500 Meter südlich der Säge, die bereits 1414 vom Luzerner Arzt Leopolt entdeckt wurde. Im 17 Jahrhundert versickerte das Warmwasser stetig.

Ein stiller Zeitzeuge ist ausserdem der 1,2 Tonnen schwere Mühlstein von Amsteg aus dem Jahr 1780, der sich ebenfalls auf dem Areal der Säge befindet und als erhöhter Tisch genutzt wird. Die ganze Sägeanlage fügt sich harmonisch in die Umgebung ein: Dazu trägt die Sägetechnik mit dem Wasserrad wie ein grosses eingespieltes Uhrwerk bei. Ein idealer Ort, wo Holz-, Handwerk, Technik und Geschichte über Uri hinaus präsentiert wird. (zvg)

Am 16. und 17. Mai ist die Bielen-Säge jeweils von 10.30 bis 15 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich, inklusive Sägereibetrieb, Ausstellung und mit geführten Rundgängen. Reservierte Parkplätze bei der Säge; ÖV ab Kantonsbahnhof Altdorf.

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