Manuel Kaufmann
Manuel Kaufmann
Der 15. September ist der offizielle Internationale Tag der Demokratie. Dies nahm Bernard Krummenacher, Geschichtslehrer an der Kantonsschule Obwalden, zum Anlass, ein Schülerparlament zusammenzustellen. Dabei sollen zwei Vorlagen verabschiedet werden, eine davon geht an die Schulleitung, die andere soll als Petition oder Volksmotion der zuständigen Behörde überreicht werden. «Unser Ziel ist es, den Schülern zu zeigen, dass es sich lohnt, sich politisch zu engagieren und dass man damit etwas bewegen kann», sagt Bernard Krummenacher.
Im Vorfeld konnten alle Schüler ihre Anliegen und Wünsche einreichen. Das Schülerparlament bestand aus knapp 20 Schülern – gemischt aus allen Klassenstufen. Für das Tagespräsidium haben sich Dario Bellwald und Anna Maria Mathis aus der Abschlussklasse gemeldet. Beide sind im Vorstand der Juso Obwalden und brachten somit gewisse politische Erfahrung mit. Unter ihrer Leitung wurde jedes der über 100 eingereichten Anliegen überprüft und darüber diskutiert, ob man das Thema weiterverfolgen möchte.
Man einigte sich auf vier Anliegen: eine Verbesserung der Infrastruktur für Jugendliche in Obwalden, eine Erweiterung des Sexualkundeunterrichts, geschlechterunabhängige Schulnoten im Sportunterricht und die Forderung nach einer Anlaufstelle für Schüler mit seelischen Problemen. Dabei wünscht man sich eine Fachperson, die eine erste Anlaufstelle für die Schüler sein soll, welche mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Diese soll von der Schule angestellt, jedoch von der Lehrerschaft unabhängig sein.
Die vier Anliegen wurden in Gruppen ausgearbeitet und vorgestellt. Die anschliessende Abstimmung ergab Folgendes: Das Schülerparlament wird bei der Schulleitung, sofern eine Mehrheit aller Schüler zustimmt, eine Vorlage zur Erweiterung des Sexualkundeunterrichts einreichen. «Sexualität sei ein sehr präsentes Thema, das leider immer noch vielerorts ein Tabu ist», sagt Schülerin Anna Maria Mathis. Sexualität soll im Lehrplan besser integriert werden. Das zweite Anliegen wird nächste Woche bei der Staatskanzlei eingereicht werden. Dort gewann die Forderung nach einer Fachperson für seelische Probleme die Abstimmung.


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