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Sammlung

«Schon länger ein Anliegen»: Das Staatsarchiv Uri hat seine Münzen- und Medaillensammlung digitalisiert

Die Sammlung Münzen und Medaillen des Staatsarchivs umfasst rund 360 Exemplare. Nun wurden die Stücke online erfasst und sind für Interessierte auch von daheim aus zugänglich.

Von Batzen und Schilling bis Franken und Rappen: Das Staatsarchiv Uri hat seine Münzen- und Medaillensammlung digitalisiert und online verzeichnen. Damit können die Stücke neu direkt von zuhause aus am Bildschirm betrachtet werden.

Die älteste vorhandene Urner Münze ist dabei ganze 406 Jahre alt, wie das Staatsarchiv in einer Mitteilung schreibt. Insgesamt umfasst die Sammlung des Staatsarchivs rund 360 Exemplare. Das bereits erwähnte älteste Stück stammt aus dem 14. Jahrhundert, die älteste in Uri selbst hergestellt Münze aus dem Jahr 1617.

Die Vorder- und Rückseite der ältesten Urner Münze (Silber) im Staatsarchiv: Ein sogenannter Dicken aus dem Jahr 1617, geprägt in der Münzstätte Altdorf
Bild: Bild: Staatsarchiv Uri

«Da geht es ja nur ums Geld!» stimmt übrigens nicht ganz. Denn die Sammlung beinhaltet, wie der Name schon sagt, auch Medaillen. Dabei handelt es sich um eine ganze Reihe an militärischen und nichtmilitärischen Medaillen, Gedenkmünzen und ähnlichen Gegenständen.

Auch Münzen aus dem fernen Ausland sind dabei

«Schon länger war es uns ein Anliegen, diesen sowohl interessanten als auch optisch schönen Bestand einfacher zugänglich zu machen», wird Staatsarchivar Hans Jörg Kuhn in der Mitteilung zitiert.

Vorder- und Rückseite einer Münze (Bronze) über 1000 Dobras (Sao Tomé e Príncipe).
Bild: Bild: Staatsarchiv Uri

Schliesslich befinden sich in der Sammlung auch einige Exoten. So unter anderem eine Münze aus der Volksrepublik Kampuchea (heute Kambodscha) oder eine Münze aus der Republik Sao Tomé e Príncipe. Bei beiden handelt es sich um Gedenkmünzen zum 700-jährigen Bestehen der Eidgenossenschaft. Entstanden sind sie vermutlich als Gratulationsgeschenke aus den jeweiligen Ländern.

Vorder- und Rückseite einer Münze (Kupfer-Nickel) über 4 Riels (Volksrepublik Kampuchea).
Bild: Bild: Staatsarchiv Uri

Auch können Stücke aus den einzelnen Kantonen und dem nahen Ausland bestaunt werden. Zum Teil sind, neben den Münzen und Medaillen selbst, auch die dazugehörigen schweren Prägestempel vorhanden sowie die Originalverpackungen. Im Online-Katalog sind Fotos der Vor- und Rückseite sämtlicher Exemplare verzeichnet. Das ist nicht nur ein Segen für die Urner Numismatik, die sich auf wissenschaftlicher Ebene mit Münzen und Medaillen beschäftigt.

So finden sich nebst den Fotos auch zusätzliche Informationen über die Münzherrschaft, die Prägeanstalt, Masse und Gewicht. «Wenn jemand sich dafür interessiert, zeigen wir die Sammlung natürlich auch gerne physisch in unserem Lesesaal», so Kuhn. Er ergänzt: «Eigentlich wäre die Sammlung mittlerweile sogar noch grösser, denn wir haben viele Exemplare, die wir noch nicht erschliessen konnten, unter anderem aus der Römerzeit.» Diese müssen allerdings zuerst durch einen externen Fachmann begutachtet werden, damit sie historisch und geografisch richtig verortet werden können. Gut möglich also, dass das neue digitale Verzeichnis schon bald weiterwächst. (lga)

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