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Uri

Schluss mit der Zwangspause – Urner Restaurants und Fitnesscenter kommen wieder in Fahrt

Es war eine harte Zeit. Vier Monate lang waren sämtliche Restaurants und Fitnesscenter geschlossen. Doch seit dieser Woche gibt es wieder mehr Freiheiten. Darüber freuen sich Urner Unternehmerinnen und Unternehmer ganz besonders. Es ist für alle ein emotionaler Moment.
Nicht nur die Sonne, auch Bettina Hauger (31) vom «Schächengrund» strahlt. Fürs Foto nimmt sie ausnahmsweise die Maske ab. (Bild: Anian Heierli (Altdorf, 20. April 2021) )
Die einheimischen Gäste sind wieder auf die Terrasse gekommen. Bettina Hauger, Teil der Wirtefamilie, bedient sie.  (Bild: Anian Heierli (Altdorf, 20. April 2021))
Valentin Nica (32) freut sich über die Wiedereröffnung. Sein Gym hat er in den letzten Wochen ausgebaut. (Bild: Anian Heierli (Altdorf, 20. April 2021))
Der geforderte Abstand lässt sich bei einer Trainingsfläche von 900 Quadratmetern problemlos einhalten. (Bild: Anian Heierli (Altdorf, 20. April 2021))

Anian Heierli

 

Urnerinnen und Urner freuen sich über ein Stück Normalität. Nach rund vier Monaten Coronazwangspause sind zumindest die Terrassen vieler Restaurants seit Montag wieder geöffnet. Das führt zu emotionalen Momenten sowohl bei den Gastronomen wie auch ihren Gästen. Vor allem der soziale Kontakt unter den Freunden hat vielen gefehlt.

Sorgen waren unbegründet

Bettina Hauger (31) vom «Schächengrund» in Altdorf UR ist erleichtert. «Im Vorfeld wussten wir nicht, ob unsere Gäste wieder kommen», sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung. «Doch sie haben uns vermisst und nicht vergessen.» Tatsächlich waren ihre Sorgen unbegründet. Bereits am Montag, als das Wetter nicht den ganzen Tag über superschön war, kamen die Einheimischen zahlreich in den «Schächengrund». Bettina Hauger dazu: «Wir durften von morgens 9 Uhr bis abends 10 Uhr Personen auf unserer Terrasse bedienen.»

Obwohl die Wiedereröffnung stressig war, hat sie gute Laune:

«Die Gäste hatten riesige Freue. Ja, es war echt emotional. Das Bedürfnis, wieder mit Bekannten zu sprechen, war gross.»

Auch für sie gäbe es schöne Momente: «Wir sind ein familiärer Betrieb und sind mit vielen Leuten, die zu uns kommen, befreundet.» Inklusive der Besitzerfamilie Hauger arbeiten im «Schächengrund» acht Personen. Momentan ist davon rund ein Drittel wieder beschäftigt.

Nun hofft das Team des «Schächens» auf sonnige Tage. «Wir haben zwar Decken und eine Store, falls es regnet», sagt Bettina Hauger.

«Doch vermutlich wäre es vielen noch zu kalt, um bei Schlechtwetter im Freien zu sitzen.»

Finanziell ist die Terrasse natürlich nicht das Gelbe vom Ei. Die Gastronomin sagt: «Deshalb sind wir froh, dass uns die Urner Regierung auch für den April Unterstützung zugesichert hat.» Diesbezüglich denkt sie auch an ihre Branchenkollegen, die allenfalls keine Terrasse haben und weiterhin geschlossen bleiben müssen.

Draussen in der Sonne sitzt gerade Walti Imhof (63) und trinkt einen Kaffee. Er kommt regelmässig und gerne in den «Schächengrund» und war einer der ersten Kunden nach der Wiedereröffnung. «Mir hat halt einfach der Kontakt zu Freunden gefehlt», sagt er. Diskutiert hätten sie im Restaurant vor allem das Thema Corona. Sein Fazit dazu:

«Im Freien mache ich mir keine Sorgen wegen einer Ansteckung.»

Dennoch dürfe man das Virus nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Noch ist unklar, wann die Gastronomie wieder vollständig öffnet. Für Bettina Hauger ist klar: «Es wäre gut, wenn wir mögliche Daten frühzeitig erfahren. Für uns ist das aus planerischer Sicht natürlich wichtig.» Denn noch ist vieles nicht wie vor dem Lockdown. Ein Beispiel ist nur schon, dass man zurzeit kaum Bier für den Offenausschank erhält.

Fitnessfans trainieren wieder im Gym

Neben den Restaurants hatten auch die Fitnesscenter seit Dezember eine coronabedingte Zwangspause. Doch seit Montag dürfen nun sportbegeisterte Urnerinnen und Urner wieder ihre Körper stählen. «Viele Kunden sind wiedergekommen und froh über die Lockerung», sagt Valentin Nica, Inhaber von Nicas Gym in Altdorf.

«Das Krafttraining zu Hause ist für manche einfach zu monoton. Und es braucht mehr Überwindung.»

Er ist froh, dass es wieder losgeht, obwohl er einige anstrengende Tage hinter sich hat. «Die Öffnung kam überraschend, und ich war am Umbauen», sagt Valentin Nica. Deshalb habe er sich etwas beeilen müssen. Doch das Resultat lässt sich sehen: Unter anderem gibt es jetzt einen neuen Eingangsbereich und grössere Garderoben.

Wie in der Gastronomie gelten auch für die Fitnesscenter strenge Auflagen wegen der Pandemie. Gemäss dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) muss jede trainierende Person einen freien Platz von 15 bis 25 Quadratmetern haben. Nica dazu: «Uns tangiert das zum Glück nicht so fest, da wir 900 Quadratmeter Trainingsfläche zur Verfügung haben.»

Dennoch will er sich in diesem Jahr weiter vergrössern und die Fläche auf 1200 Quadratmeter erweitern.

Etwas mehr stören ihn dafür die Masken, die nun sogar auf Ausdauergeräten Pflicht sind. «Das ist natürlich unangenehm», sagt er. Deshalb hofft er, dass sich die Lage so weit entspannt, dass bald wieder ohne Maske trainiert werden darf. Finanziell sei die Schliessung natürlich ein Verlust gewesen, so Valentin Nica. Doch er betont:

«Der Kanton Uri hat rasch und unbürokratisch finanzielle Unterstützung geliefert.»

Dafür ist er dankbar.

Für die Zukunft wünscht er sich vor allem eines: Klare Vorgaben darüber, welche Coronamassnahmen gelten. Momentan überwiegt bei ihm und seinen Kunden aber klar die Freude über die Wiedereröffnung.

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