Bruno Arnold
Die Gemeinden Spiringen und Unterschächen führen die Oberstufe gemeinsam im Kreisschulhaus in Spiringen. Im Schuljahr 2018/19 werden gesamthaft 52 Schüler aus den beiden Gemeinden unterrichtet. Eine Sanierung des 1973/74 erbauten und 1991 mit einem Neben-/Schultrakt erweiterten Gebäudekomplexes inklusive Turnhalle und Schulküche ist inzwischen unumgänglich. Als Alternative käme höchstens eine Zusammenführung mit der Oberstufe Bürglen in Frage. «Diese Möglichkeit wurde anfänglich diskutiert, aber schnell verworfen», sagt Heiri Arnold, Bürglen, der die 2017 eingesetzte Baukommission «Sanierung Kreisschulhaus» leitet. «Die beiden Gemeinden Spiringen und Unterschächen wollen im Bildungsbereich selbstständig bleiben, und zwar mit einer gemeinsamen Oberstufe», begründet er die gewählte Variante.
Diesen Wunsch haben die Stimmberechtigten am 24. September 2017 an der Urne mit einer deutlichen Zustimmung zum Sanierungskredit von 5,2 Millionen Franken klar zum Ausdruck gebracht. In Spiringen lag der Ja-Anteil bei 75,9 Prozent, in Unterschächen sogar bei 83,7 Prozent. Aufgrund der Einwohner- und Schülerzahlen hat Spiringen 3 Millionen Franken, Unterschächen 2,2 Millionen Franken zu tragen.
Vorgehen basiert auf zwei Säulen
Für die beiden Gemeinden stellt das Projekt aus finanzieller Sicht eine echte Herkulesaufgabe dar – zumal seit der Einführung der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen im Jahr 2008 keine Kantonsbeiträge an Schulhaussanierungen mehr geleistet werden. Um die sehr hohe Belastung einigermassen abfedern zu können, wurde ein Vorgehen gewählt, das auf zwei Säulen basiert. Einerseits wird die Sanierung des Kreisschulhauses bis im Jahr 2024 in fünf Etappen vorgenommen. Anderseits hat sich die Baukommission auf die Suche nach Geldgebern gemacht, und zwar mit einem Gesuch an die Schweizer Patenschaft für Berggemeinden. Deren Ziel ist es seit der Gründung im Jahr 1940, finanzschwache Gemeinden, Genossenschaften, Korporationen et cetera durch projektbezogene Beiträge zu unterstützen und so mitzuhelfen, dass die Bergregionen bewohnbar, bewirtschaftet und gepflegt bleiben.
Für Weiterbestehen unabdingbar
«Wir sind mit unserem Gesuch bei der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden einmal mehr auf offene Ohren gestossen», freuen sich die Gemeindepräsidien Esther Büeler, Spiringen, und Ambros Arnold, Unterschächen. Barbla Graf, Leiterin der Geschäftsstelle der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden, betont: «Wir kennen die Verhältnisse in den beiden finanzschwachen Schächentaler Gemeinden bereits aufgrund der Unterstützung früherer Projekte. Für uns ist klar, dass ein modernes, den heutigen Gesetzen und Normen entsprechendes Schulhaus sowie ein zeitgerechtes Unterrichten der Schüler für das Weiterbestehen der beiden Gemeinden unabdingbar ist.»
Das Gesuch wurde denn auch aufgrund der eingereichten Unterlagen genau analysiert sowie von Fachleuten des Vorstands und vom Experten der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden an Ort und Stelle detailliert geprüft. Aufgrund der Abklärungen wurde dem Vorstand beantragt, die Sanierung des Kreisschulhauses Spiringen mit einem Spendenaufruf zu unterstützen.
Plausible Erklärung für den hohen Betrag
Bis Mitte November sind bei der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden für das Projekt im Schächental Spenden von rund 600000 Franken eingegangen. Für diese hohe Summe hat Graf eine plausible Erklärung: «Es gibt effektiv Gegenden, die bei den Spendern einfach etwas beliebter sind als andere. «Ich stelle immer wieder fest, dass gerade das Urnerland zu diesen Gebieten zählt», so die Geschäftsstellenleiterin. «Man kennt die Urner Täler und die Alpenpässe. Die Bewohner wirken sympathisch und authentisch.» Mit ein Grund sei aber wohl auch, dass viele Bewohner des Mittellandes im Urnerland Militärdienst geleistet hätten.
Die erste Etappe des Projekts ist mittlerweile abgeschlossen. Während der Sommerferien 2018 wurden die Schulküche, die Garderoben und die Duschen für rund 600 000 Franken total saniert (unsere Zeitung berichtete). Am vergangenen Samstag lud die Baukommission Vertreter der Schweizer Patenschaft für Berggemeinden und deren Gönner nach Spiringen ein, um ihnen vor Ort aufzuzeigen, dass die Spendengelder gezielt eingesetzt werden. Für die erste Etappe waren eigentlich 1 Million Franken budgetiert. «Im Rahmen der Detailplanung wurden aber gewisse Arbeiten – wie etwa der Ersatz der Elektrohauptverteilung oder der Notausgang der Turnhalle – auf spätere Etappen verschoben, um optimiertere Bauabläufe zu erzielen», erklärte Heiri Arnold.
Trotz eines Mehraufwands im Bereich der Sanitär- und Heizungsinstallationen sowie grösserer Eingriffe im Bereich der Baumeister- und Gipserarbeiten werden wir den Kostenvoranschlag für die erste Etappe in der Höhe von 640 000 Franken dank Einsparungen und Optimierungen in anderen Bereichen einhalten können», betonte Arnold. «Das ist eine sehr erfreuliche Zwischenbilanz.»
Für die Patenschaft sehr befriedigend
Die Gäste waren beim Besuch in Spiringen voll des Lobes. «Die Schulküche, die Garderoben und die Duschen sind wirklich sehr schön geworden», freute sich Barbla Graf. «Auf Luxus wurde verzichtet. Das Projekt ist zeitgemäss und von den Kosten her nicht übertrieben. Für unsere Organisation ist es immer sehr befriedigend, wenn wir sehen, dass die Spendengelder kostenbewusst, zweckmässig und sparsam eingesetzt werden.»
Mehr Infos zum Projekt finden sie unter hier.

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