Rudersport

Zu den Rennen auf dem Sarnersee starten so viele Boote wie noch nie

Die Ruderregatta findet am Samstag und Sonntag zum 40. Mal statt. Die über 1600 Boote decken eine grosse Bandbreite von Jung bis Alt ab.

Am kommenden Wochenende findet die grösste Ruderregatta in Zentraleuropa auf dem Sarnersee statt. Die diesjährige 40. Jubiläumsausgabe wartet mit einem neuen Melderekord von 1611 Booten auf. Mannschaften aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Grossbritannien werden erwartet und unterstreichen die Reichweite des Events, der seit 1983 alljährlich stattfindet. Nur dreimal konnte die Regatta nicht durchgeführt werden, zweimal wegen der Coronapandemie, einmal wegen Hochwasser.

Start zu einem Rennen bei der Ruderregatta auf dem Sarnersee.
Bild: zvg

Kenner dürfen spannende Rennen erwarten. Etwa mit dem Doppelzweier der Männer mit Spitzenathleten wie den beiden weltcuperprobten Lokalmatadoren Alexander Bannwart und Gian Luca Egli vom Seeclub Stansstad. Aber auch Juniorinnen und Junioren, die frisch dabei sind, wie zum Beispiel Vanessa Bucher aus dem Ruderclub Sarnen, die zusammen mit ihrer Teamkollegin Gioia Biele ihre zweite Regatta bestreitet, sind am Wochenende auf dem Sarnersee am Start.

Minutiöse Organisation für einen reibungslosen Regattabetrieb

Diese enorme Bandbreite von Jung bis Alt ist nicht zuletzt auf das Credo der OK-Präsidentin Dorothy Rosenberger zurückzuführen: «Wir weisen keine Boote ab, bei uns dürfen alle starten. Die vielen strahlenden Gesichter der erstmals startenden Junioren sind es wert.»

Um diese enorme Anzahl und Bandbreite an Rennen über die Bühne zu bringen, bedarf es einer ausgeklügelten Logistik auf dem Wasser. 250 freiwillige Helfer sind im Einsatz, gestartet wird im Fünf-Minuten-Takt mit jeweils acht Booten pro Rennen. Dies ist dank minutiöser Vorbereitung möglich, bei welcher die Ruderer in ihrer Bahn aufgereiht werden, damit an der Startlinie dann alles schnell gehen kann und alle Boote rechtzeitig auf einer Linie startklar sind. Dies kann bei dem einen oder anderen zu ambitionierten Masters-Boot, also Booten in Alterskategorien 26 und älter, eine Herausforderung sein.

Gelbe Karte für Wasserspritzpistole

Fünf Schiedsrichterboote sind im Einsatz, um für die Sicherheit aller Teilnehmenden und die Einhaltung der Regeln zu sorgen. Bei so vielen Booten kann es durchaus drunter und drüber gehen, erst recht, wenn Seitenwind ein Nachwuchsfeld kurz vor dem Start durcheinanderbringt oder ein Boot während des Rennens plötzlich kentert.

Aber auch für Fairness und die Einhaltung der Sportlichkeit haben die Schiedsrichter zu sorgen. Bei Verstössen von Mannschaften gibt es, wie im Fussball, erst eine Gelbe Karte als Verwarnung, und bei einem wiederholten Verstoss wird man von dem Rennen ausgeschlossen.

Die absurdeste gelbe Karte, die an der Regatta Sarnen je verteilt wurde, war der unerwartete Angriff eines U15-Doppelvierers auf seine Kontrahenten mit Wasserspritzpistolen vor dem Rennen. Nach dem ersten Schreck haben alle über die willkommene Abkühlung gelacht. Mit einer Ausnahme: Der Schiedsrichter zog für das unkonventionelle Vorgehen die Gelbe Karte.

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