
Wer unter Asthma oder Pollen-Allergie leidet, muss sich derzeit besonders schützen: Umwelt Zentralschweiz, eine Kooperation der Zentralschweizer Kantone, die die Luftqualität gemeinsam überwachen, teilt am Freitag mit, dass die Feinstaub-Belastung in der Zentralschweiz seit Donnerstagnachmittag stetig angestiegen ist. Luftmessungen der kantonalen Umweltfachstellen Luzern, Zug, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden zeigen momentan eine Belastung, die den gesetzlichen Tagesmittelgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter überschreitet. Aktuell sei dieser Grenzwert an den Messstandorten Altdorf und Kaiserstuhl in der Zentralschweiz überschritten worden, wie in einer Meldung mitgeteilt wird.

Gemäss Umwelt Zentralschweiz darf dieser Grenzwert maximal dreimal pro Jahr überschritten werden. Grund für die erhöhten Werte sei das aktuelle Saharastaub-Ereignis bei gleichzeitig trockenem Wetter. Saharastaub sei die grösste Quelle von Mineralstaub weltweit und gelange regelmässig über Höhenströmungen aus der Wüste Sahara in die Schweiz. Aufgrund des trockenen Wetters verbleibt der Staub länger in der Luft und kann derzeit zum Problem für Asthmatiker und Pollen-Allergiker werden.
Quellen von Feinstaub
Feinstaub ist ein Gemisch aus kleinsten Staubteilchen. Staub aus der Sahara zählt zusammen mit Pollen sowie Staub aus Vulkanausbrüchen zu den natürlichen Quellen von Feinstaub. Hauptsächlich wird Feinstaub in der Luft jedoch vom Menschen verursacht, durch Abgase und Abrieb im Strassenverkehr, im Luftverkehr und in der Industrie. Durch Abgasfilter in der Automobilindustrie konnte die Feinstaubbelastung im letzten Jahrzehnt reduziert werden. «Vielerorts liegen die Werte aber noch immer nahe den Grenzwerten», schreibt Umwelt Zentralschweiz.
Saharastaub ist weniger gefährlich als Feinstaub aus dem Strassenverkehr oder aus der Industrie, weil die Partikel grobkörniger sind und somit von der Lunge eher aus der Atemluft gefiltert werden können. «Besonders Menschen mit Asthma und Menschen mit Pollenallergie können aber bestehende Symptome verstärkt spüren.» Wer derzeit verstärkt Beschwerden hat, dem empfiehlt Umwelt Zentralschweiz, auf Aktivitäten im Freien zu verzichten und Fenster geschlossen zu halten. Für gesunde Menschen seien (sportliche) Aktivitäten im Freien weiterhin unbedenklich.
Weitere Folgen von Saharastaub
Am häufigsten treten Saharastaub-Ereignisse in der Schweiz im Frühling und im Herbst auf. Das Wetterphänomen ist jeweils zu erkennen am gelb-rötlich verfärbten Himmel, an dichteren Wolken und an Ablagerungen auf Autos und Fenstern. Ablagerungen auf Solarpanels sowie die verringerte Sonneneinstrahlung können zu einer Reduktion der Solarstromproduktion führen. Eine hohe Mineralstaub-Belastung könne zudem Triebwerke beeinträchtigen und die Flugsicherheit gefährden. Der Einfluss auf Pflanzen sei hingegen positiv, weil die im Staub enthaltenen Mineralien als Dünger fungieren und wichtige Nährstoffe liefern.
Auf der Website www.in-luft.ch präsentiert Umwelt Zentralschweiz die Luftmessdaten und Auswertungen tagesaktuell.

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