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Vereidigung Schweizergarde

Sacco di Roma: Urner Gastauftritt wegen Tod von Papst abgesagt – verschoben wird auf Herbst oder nächstes Jahr

Wegen des Tods des Papstes findet die Vereidigung der Schweizergarde nicht am 6. Mai statt. Die Regierung ermutigt die Urnerinnen und Urner, trotzdem im Mai nach Rom zu reisen, und wägt nun ab, auf wann der Gastauftritt verschoben wird.
Am 6. Mai findet für gewöhnlich die Vereidigung der Schweizergarde statt.
Bild: Archivbild: Jessica Krämer / CH Media

Mit einer grossen Delegation hätte der Kanton Uri am 6. Mai zur Vereidigung der Schweizergarde reisen sollen. Nun wird die Vereidigung wegen des Todes von Papst Franziskus auf den Herbst verschoben. Dies teilte die Medienstelle der Päpstlichen Schweizergarde am Dienstag mit.

«In diesen Tagen der Trauer und Besinnung, nach dem Tod unseres geliebten Heiligen Vaters, Papst Franziskus, ist die Päpstliche Schweizergarde vollständig auf ihre Mission konzentriert und vereint sich im Gebet für seine ewige Ruhe.»

Verständnis für Verschiebung

Auch der Urner Regierungsrat habe am Ostermontag mit grossem Bedauern vom Tod des Papstes erfahren, heisst es in einer Medienmitteilung. Auf Anfrage sagt Landammann Christian Arnold, auch mit diesem Szenario sei aufgrund des Gesundheitszustands zu rechnen gewesen. «Uns wurde von der Schweizergarde jeweils signalisiert, dass eine Vereidigung auch bei unbesetztem Stuhl des Papstes stattfinden können sollte. Da nun aber der Tod des Papstes zwei Wochen vor der geplanten Feier eintraf, haben wir grosses Verständnis dafür, dass die Garde nun mit anderen Dingen beschäftigt ist, als eine Vereidigung vorzubereiten.»

In den kommenden Tagen werde die Beerdigung für den Papst organisiert, eine Trauerfeier soll voraussichtlich am kommenden Samstag stattfinden. Für die Neubesetzung des Papstes wird dann das Konklave einberufen, das auch die Schweizergarde stark fordern werde, erklärt Landammann Christian Arnold. Fest steht, dass der Gastauftritt des Kantons Uri vorerst auf Eis gelegt ist. Laut Christian Arnold berät sich die Regierung aktuell, ob der Auftritt im Herbst oder erst in einem Jahr nachgeholt werden soll. Dies passiere auch in Absprache mit der Schweizergarde.

Musikalische Premiere geplant

Die offizielle Delegation setzte sich zusammen aus rund fünfzig Mitgliedern der Urner Behörden aller Staatsgewalten, der Korporationen und der Landeskirche Uri. Als musikalische Premiere wäre die Jodlermesse des Urners Jost Marty, vorgetragen von den zwei Jodlerclubs Tälläbüäbä Attinghausen und Seerose Flüelen, im Petersdom aufgeführt worden. Im Weiteren waren Auftritte der Urner Sängerin Eve Kopli Scheiber, des Organisten Karl Arnold und der Seedorfer Blaskapelle im Vatikan vorgesehen.

Die Delegation beschränkte sich aber nicht nur auf die Funktionäre. Rund 150 Urnerinnen und Urner haben Eintrittsgutscheine für die Teilnahme an den diversen Anlässen rund um die Vereidigungsfeierlichkeiten erhalten. «Diese Anlässe finden nicht statt», stellt die Regierung klar. Sie ermutige jedoch die Urnerinnen und Urner, die Reise nach Rom dennoch zu unternehmen und dadurch «die denkwürdige Zeit der Sedisvakanz zwischen der Beisetzung von Papst Franziskus und dem Beginn des Konklaves zur Wahl seines Nachfolgers vor Ort in Rom zu erleben», heisst es in der Mitteilung. Eine Entschädigung für die privaten Buchungen könne der Kanton nicht in Aussicht stellen, so Arnold. Für eine Teilnahme an der verschobenen Reise müsse man sich wieder neu anmelden. «Ich gehe davon aus, dass die Personen Vorrang geniessen, die jetzt mitgekommen wären», so Arnold.

Wie der Landammann sagt, werde jetzt versucht, die Hotel- und Zugbuchungen der offiziellen Delegation möglichst ohne Gebühr zu stornieren. Ihm ist aber auch bewusst: «Durch die kurzfristige Absage dürften Mehrkosten entstehen. Es liegt auf der Hand, dass dafür höhere Gewalt die Ursache ist und man niemandem einen Vorwurf machen kann.» Der Kredit für den Besuch der Urner Delegation in Rom war nicht kommentarlos gutgeheissen worden. Der Landrat hatte das Budget von 190'000 auf 160'000 Franken gekürzt. Arnold geht aber vor dem Hintergrund der Verschiebung von keinen weiteren politischen Diskussionen aus.

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