Luzern / Emmenbrücke

Rund zwei Drittel der Hochschule Luzern – Design & Kunst zieht in die Viscosistadt

Die älteste Kunst- und Designschule der deutschen Schweiz zieht im Sommer grösstenteils von Luzern nach Emmenbrücke auf das Areal der einstigen Garnfabrik Viscosuisse. Bis 2019 will die Hochschule Luzern die Zahl ihrer Standorte bis 2019 halbieren.
Blick von der Kleinen Emme auf den Bau 745.
Bild: PD/Randy Tischler
Im Bau 745 wird die Hochschule Luzern – Design & Kunst ihren neuen Hauptsitz beziehen.
Bild: PD/Randy Tischler
Blick in Arbeitsatelier im Obergeschoss mit Holzboden.
Bild: PD/Randy Tischler

Im Bau 745 in der Viscosistadt in Emmenbrücke finden 110 Mitarbeitende und 380 Studierende der Hochschule Luzern – Design & Kunst  eine neue Heimat. Im Sommer ziehen die Masterstudiengänge in Design, Film und Kunst zusammen mit den Ausbildungen in Animation, Video, Camera Arts, Digital Ideation und Kunst & Vermittlung in die hohen Räume der ehemaligen Fabrik.

In den Umbau des fünfstöckigen Gebäudes, das über eine Geschossfläche von 13'000 Quadratmetern verfügt, investierte die Viscosistadt AG rund 24 Millionen Franken. Das Gebäude soll kein Prestigeobjekt sein, sondern zweckmässig, da waren sich die Viscosistadt AG und die Hochschule Luzern – Design & Kunst einig, wie die Hochschule Luzern am Dienstag mitteilte.

Mit dem Umzug im Herbst 2016 reduziert das Departement Design & Kunst seine Zahl von sechs auf zwei und gibt die Standorte Lädelistrasse 12, Grossmatte 28/30, Rössligasse 12 und Baselstrasse auf. Bis 2019 wird die gesamte Hochschule Luzern ihre Standorte halbieren.

Seit November 2014 entstanden im rund 50 Jahre alten Fabrikbau grosszügige Unterrichtsräume, Ateliers und Werkstätten sowie eine moderne technische Infrastruktur mit Film- und Tonstudios. Ein offen gestaltetes Erdgeschoss soll den Dialog fördern, eine Bibliothek, Ausstellungsräume und eine Cafeteria sollen für Publikumsverkehr sorgen. Ein Kinosaal mit 77 Plätzen steht nicht nur Studierenden des Bereichs Film zur Verfügung, sondern auch Kleinveranstaltern und kulturinteressierten Menschen aus der Umgebung. Möglichkeiten für öffentliche Veranstaltungen bietet auch die Aktionshalle auf der Nordseite des Gebäudes.

Neuer Stadtteil geplant

Das neue Gebäude befindet sich in einem ehemaligen Industriequartier in Emmenbrücke, wo früher Nylon hergestellt worden war. Auf dem Areal soll in den nächsten Jahren ein neuer Stadtteil zum Wohnen und Arbeiten entstehen.

Die Chemiefaserherstellerin Monosuisse, die aus der einstigen Viscosuisse entstanden ist, braucht nur noch einen Teil des einstigen Areals, auf dem ab 1952 Nylon hergestellt wurde. 2011 liess Monosuisse deshalb einen städtebauliche Studie erarbeiten.

Das Projekt der Zürcher Architekten EM2N sieht vor, den Industriecharme und die schützenswerten Bauten so weit wie möglich zu erhalten. Das Gebiet wird in kleine Realisierungseinheiten aufgeteilt.

Angestrebt wird für das neue Quartier ein Wohnanteil von 50 Prozent. Innerhalb des Areals soll so wenig Verkehr wie möglich zirkulieren. Von der Ausdehnung her wird die Viscosistadt so gross wie die Altstadt Luzern sein. Sie umfasst zehn Gassen, fünf Plätze, zwei Innenhöfe und an der Kleinen Emme einen Park.

Bereits heute sind auf dem Viscosi-Areal, das der Viscosistadt AG gehört, mehrere Dutzend Firmen und Freischaffende aus Industrie, Gewerbe und Bildung tätig.

sda/zim

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