Am dritten Sonntag im Oktober steht die Rütliwiese traditionellerweise im Zeichen des Pistolenschiesssports. Das Historische Pistolen-Rütlischiessen findet in diesem Jahr zum 88. Mal statt und gehört zu den ältesten historischen Schiessen der Schweiz. Die Teilnehmenden reisen aus fast allen Kantonen an und kämpfen um Punkte, Becher, die Bundesgabe und den Lorbeerkranz. Neben dem sportlichen Wettkampf spielt die Pflege der Schützentradition eine wichtige Rolle.

Sieben Sektionen erstmals dabei
Die Nachfrage nach Startplätzen ist weiterhin gross, schreiben die Verantwortlichen in einer Mitteilung. Insgesamt nehmen 92 Pistolensektionen teil, davon 6 Stammsektionen und 86 Gastsektionen. Sieben Vereine sind erstmals am Pistolen-Rütlischiessen vertreten. Mehr als dreissig weiteren Sektionen musste das Organisationskomitee für die diesjährige Austragung absagen.
Zu den neuen Teilnehmern gehören die Pistolensektion des Amtes Erlach BE, der Pistolenclub Fraubrunnen-Hettistal BE, die Vereinigten Schützen Steckborn TG und die Pistolensektion RSA Amriswil TG. Ebenfalls erstmals dabei sind der Pistolenschützenverein Flums SG, der Arbeiterschiessverein Baar ZG und die Société de tir du Volson Pully VD. Die sieben Vereine treten im Gastsektionenwettkampf an. Dieser wird getrennt vom Wettkampf der sechs Stammsektionen ausgetragen.
Die über 900 Schützinnen und Schützen absolvieren das Schiessprogramm in 23 Ablösungen. Ohne Probeschüsse müssen sie insgesamt fünfzehn Schüsse in drei Serien abgeben. Zunächst sind drei Schüsse innerhalb von 60 Sekunden vorgesehen, danach sechs Schüsse in 120 Sekunden und abschliessend sechs Schüsse in 60 Sekunden. Neben der Einzelwertung wird ein Vereinswettkampf in den Kategorien Stammsektionen und Gastsektionen ausgetragen.
Geschossen wird auf die Figurenscheibe B5 mit einer Fünfereinteilung. Der Durchmesser des höchsten Wertungsfeldes beträgt beim Pistolen-Rütlischiessen lediglich 10 Zentimeter statt der üblichen 20 Zentimeter. Damit stellt das Programm besondere Anforderungen an die Treffsicherheit der Teilnehmenden. Die Resultate werden am Ende des Anlasses an der Schützengemeinde bekannt gegeben.
Über 150 Funktionäre im Einsatz
Für die Organisation ist die Stammsektion Pistolenschützen Altdorf-Erstfeld verantwortlich. Unterstützung erhält sie von den Pistolenschützen Stans, dem Pistolenclub Beckenried, dem Pistolenclub Engelberg, den Pistolenschützen am Rigi sowie der Schützengesellschaft Zofingen. OK-Präsident und Regierungsrat Urs Janett leitet das Organisationskomitee. Insgesamt stehen über 150 Funktionäre für die Durchführung des Anlasses im Einsatz.
Dazu gehören die Seelisberger Zeigermannschaft und 22 Jugendliche, die beim Zukleben der Schusslöcher helfen. Für die Sicherheit sorgt ein geschlossenes Kugelfangsystem, das sämtliche Geschosse auffängt. Damit wird verhindert, dass Geschossreste auf die Rütliwiese gelangen oder Abpraller entstehen. Ein Militärdetachement der Territorialdivision 3 unter der Leitung von Chefadjutant Alois Lüönd unterstützt den Auf- und Abbau der Anlage.
Schützengemeinde bildet den Abschluss
Neben den Schützinnen und Schützen werden Gäste aus Politik, Armee und Schiesswesen erwartet. Dazu gehören Mitglieder der eidgenössischen und kantonalen Parlamente sowie Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden und Korporationen aus der Innerschweiz. Verschiedene Vereine bringen Spezialitäten aus ihren Regionen mit und sorgen für die Verpflegung der Teilnehmenden. Auch der Austausch unter den Schützinnen und Schützen gehört zum Anlass.
Den Abschluss bildet die Schützengemeinde auf dem Rütli. Auf dem Programm stehen die Begrüssung durch den OK-Präsidenten, die Behandlung von Anträgen aus der Schützenmitte und das gemeinsame Singen der Nationalhymne. Die Ansprache hält Nationalrätin Regina Durrer-Knobel aus Nidwalden. Mit der Bekanntgabe der Schiessresultate endet das 88. Historische Pistolen-Rütlischiessen. (zvg/jfi)

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