433 stimmberechtigte Personen der Stadt Luzern haben einen Bevölkerungsantrag zur Rettung der Fähre unterschrieben. Am Dienstag hat die Initiativgruppe, die die Unterschriften für den Antrag gesammelt hatte, diesen mit dem Quartierverein bei der Stadt Luzern eingereicht. Nötig für das Zustandekommen eines solchen Antrags sind 200 Unterschriften.
Die Antragstellenden fordern die «langfristige Sicherung der Rotseefähre und Gesamtkonzept Rotsee» vom Luzerner Stadtrat, dem Grossen Stadtrat Bericht zu erstatten und ein Konzept vorzulegen. So soll der Stadtrat darlegen, wie der Betrieb der Fähre «langfristig gesichert, organisiert und wieder ermöglicht werden kann», wie es im Antrag heisst. Geklärt werden soll dabei auch, «welche Rolle und Verantwortung» die Stadt Luzern dabei übernehme.
Gleichzeitig soll der Stadtrat ein Gesamtkonzept für den Rotsee erarbeiten, «das insbesondere die Bereiche Rotseefähre, Sicherheit und Aufsicht, Fischerei, Naturschutz, Pflege und Unterhalt, Rudersport sowie den Ausgleich zwischen den verschiedenen Nutzungsinteressen umfasst». Zudem soll die Stadt über ihre mittel- und langfristigen Ziele für den Rotsee informieren.
Die Fähre habe für das Quartier und die Stadt eine wichtige Funktion, sei «ein identitätsstiftendes Kulturgut» und erfülle eine Aufgabe von öffentlicher Bedeutung, so die Initianten. Die Sicherung des Betriebs der Fähre dürfe «nicht darauf beruhen, dass private Personen den Betrieb und die damit verbundene Verantwortung übernehmen».
So versucht derzeit Suzanna Vock, Gründerin des Modefestivals «Gwand», den Betrieb der Fähre sicherzustellen. Vock wohnt seit letztem Herbst im Fährihaus am Rotsee, das der Stadt Luzern gehört, und ist derzeit auf der Suche nach Geldgebern und Sponsoren, um den Fährbetrieb zu sichern. Dieser kostet jährlich rund 100'000 Franken. Die Schifffahrtsgesellschaft SGV hatte ihr im Frühling einen höheren fünfstelligen Betrag zugesichert.
Betrieben wurde die Rotseefähre vom Quartierverein Maihof Luzern. Nachdem das ehemalige Fähripaar 2024 abgetreten war, kam es zu Verzögerungen bei der Suche nach einer Nachfolge. Der Quartierverein musste schliesslich aus finanziellen Gründen den Betrieb ganz einstellen. (gwa)





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