Zum ersten Mal wurde am Kantonsspital Uri (KSU) bei einer Knieprothesenoperation das robotergestützte Assistenzsystem Rosa eingesetzt. «Jedes Knie ist anders. Anatomie, Beweglichkeit und Stabilität unterscheiden sich von Mensch zu Mensch», begründet das KSU in einer Medienmitteilung die Inbetriebnahme des Roboters. Die individuellen Merkmale des Knies werden vom Assistenzsystem während der Operation erfasst.
Die erhaltenen Daten helfen dem Operationsteam bei der Planung und beim Einsetzen der Knieprothese. Das System misst unter anderem, wie weit sich das Knie beugen und strecken lässt und wie stabil es nach innen und aussen ist. Daraus berechnet Rosa Empfehlungen für die Vorbereitung des Kniegelenks und die Ausrichtung der Prothese.
Der Roboter unterstützt – der Mensch operiert
Rosa führt die Operation nicht selbstständig durch. Der Roboter bringt Führungshilfen für die Schnitte am Knochen in die berechnete Position. Die Schnitte selbst führt weiterhin die Operateurin oder der Operateur aus. Die Entscheidungen und die Verantwortung bleiben beim medizinischen Team.
Bisher wurden die Lage und die Grösse der Prothese hauptsächlich anhand eines zweidimensionalen Röntgenbildes geplant. Neu ergänzt Rosa diese Planung mit Messungen direkt während der Operation. Nach dem Einsetzen der Prothese überprüft das Operationsteam erneut, wie beweglich und stabil das Knie ist.
«Rosa ergänzt unsere Erfahrung mit objektiven Messwerten. Damit können wir die Lage und die Funktion der Prothese genauer beurteilen und den Patientinnen und Patienten anschaulich erklären», wird Simone Cober, Chefärztin Orthopädie und Traumatologie, in der Mitteilung zitiert.
Aktuell wird Rosa bei Patientinnen und Patienten eingesetzt, die wegen eines Gelenkverschleisses erstmals eine vollständige Knieprothese erhalten. Künftig soll das System auch bei Prothesenoperationen an der Hüfte unterstützen. (zim)

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