Derzeit liegt ein Baugesuch im Rischer Gemeindehaus Dorfmatt auf, das mehr Rätsel aufgibt als Informationen liefert. Es ist das Gesuch des Rotkreuzer Unternehmens Trihow AG. Unter «Bauvorhaben» steht: «Temporärer Test-und Innovationspavillon ‹Tiny Post› an der Grundstrasse 4a in Rotkreuz für maximal ein Jahr.»
Gesuchstellerin ist die Trihow AG mit derselben Adresse in Rotkreuz. Als Grundeigentümer wird Alfred Mendler aus Rotkreuz genannt. 50'000 Franken soll die sogenannte Mini-Poststelle kosten, rund zwölf mal sechs Meter soll sie messen. Viel mehr erfährt man nicht, denn die dazu gelieferten technischen Zeichnungen und Pläne sind in polnischer Sprache legendiert.
Selbstbedienungsangebote werden weiterentwickelt
Die schriftliche Rückfrage bei Beat Knüsel von der Trihow AG wird an die Schweizer Post weitergeleitet. Deren Mediensprecher Stefan Dauner schreibt: «Beim Vorhaben handelt es sich um eine temporäre Installation auf dem Gelände unseres Technologiepartners Trihow.»
Wieso ein solcher Pavillon? «Trihow und die Post bauen und testen künftige Kundenlösungen. Obwohl es interne Tests sind, sollen sie in einem möglichst realitätsgetreuen Umfeld stattfinden», erläutert Dauner. Es gehe dabei vor allem um die Weiterentwicklung von bereits existierenden Selbstbedienungsangeboten wie Paketboxen in Filialen sowie um digitale Unterstützung. «‹Tiny Post› ist ein interner Projektname.»
«Mitarbeitende bleiben das Herzstück»
Bei dem Projekt gehe es beispielsweise darum, wie Kundinnen und Kunden einfache Anliegen möglichst intuitiv und selbstständig erledigen könnten, fährt der Mediensprecher fort. Es handele sich um Tests in einem frühen Stadium. Für einen vertieften Einblick sei es daher zu früh.
«Wer die Filialen der Schweizer Post besucht, sucht oft einen persönlichen Kontakt und eine Beratung.» Gleichzeitig wachse bei vielen Kunden das Bedürfnis nach Alternativen. «Deshalb investieren wir nicht in Roboter, die Menschen ersetzen, sondern vielmehr in Technologien, die unsere Mitarbeitenden stärken und entlasten. Die Mitarbeitenden bleiben das Herzstück der Postfilialen.»
Eine kleine Panne
Die Frage der Sprache beantwortet Stefan Dauner wie folgt: «Teile des Pavillons werden in Polen fabriziert, daher die in Polnisch gehaltenen technischen Zeichnungen und Pläne.»
Aber geht das denn bei einer öffentlichen Planauflage in einer Schweizer Gemeinde? Die Nachfrage beim Rischer Bauchef Patrick Wahl ergibt: «Bedauerlicherweise ist es uns tatsächlich entgangen, dass die Planangaben nicht in deutscher Sprache verfasst sind.» Amtssprache sei natürlich Deutsch. «Wir haben dem Gesuchsteller diesen Mangel gemeldet und werden das Gesuch nach Erhalt der bereinigten Unterlagen komplett neu auflegen. Wir bedauern den Lapsus», schreibt der Bauchef.
Gemäss Mitteilung von Hans Ulrich Maurer, Bereichsleiter Baurecht der Gemeinde Risch, wurde die Bereinigung umgehend in die Wege geleitet. Nun, wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Und manchmal springt dabei eine lustige kleine Sommergeschichte für die Zuger Zeitung heraus.




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