In Sursee wurde am Sonntagmorgen ein besonderer Weltrekord geknackt: Der in der noch eher unbekannten Sportart Pumpfoiling. Bei dieser geht es darum, sich mittels Muskelkraft auf einem Brett auf dem Wasser fortzubewegen. Gelungen ist der Rekord dem Sportlehrer Nicolas Iten aus Reidermoos. Der 41-Jährige sorgte bereits im vergangenen Jahr für Aufsehen, als er vier Stunden und über 54 Kilometer auf dem Sempachersee unterwegs war – und dabei ebenfalls einen Weltrekord erreichen konnte.
Heuer habe er sich – wie immer mehr Athleten – nun aber auf die Geschwindigkeit fokussiert, so Iten. Ziel war es, innerhalb einer Stunde eine möglichst weite Distanz zu «pumpen». Nachdem ein Franzose Anfang Jahr 18 Kilometer schaffte, erreichte Iten nun 20,1 Kilometer. «Die Schallmauer von 20 Kilometer zu erreichen ist für mich ganz speziell, da ich es bis vor ein paar Monaten für unmöglich gehalten hatte», sagt er. Neben dem Material spielen Athletik und Technik eine entscheidende Rolle. Jeder der rund 5000 «Pumps» müsse fast perfekt sitzen, eine falsche Bewegung könne in einem Sturz enden.
Der ehemalige Marathon-Europameister im Inlineskating übt die Sportart erst seit zwei Jahren aus. Dabei bewegt man sich auf einem Karbonbrett mit einem sogenannten «Foil» am unteren Bereich. Das Ganze fasziniert Iten, da nur durch Muskelkraft und ohne Motor, Wind und Wellen Vor- und Auftrieb erzeugt wird. Das rhythmische Schweben über der Wasseroberfläche sei unbeschreiblich. «Mit den Rekorden möchte ich meine körperliche Limite herausfinden», sagt Iten. «Dazu erhoffe ich mir, dass die Sportart weiter an Bekanntheit gewinnt.»
So trainiert Iten oft alleine. Zwei «Pumper» seien aber bald so weit, den See mit ihm zu umrunden. Es würden sich immer mehr in Nottwil treffen, um den Sport auszuüben, neu zu lernen und sich auszutauschen – wobei sogar ein 89-Jähriger dabei sei.


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