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Luzern

Präzision unter Zeitdruck – in Dagmersellen kämpfen neun Plattenleger um den Schweizer-Meister-Titel

An den SwissSkills Berufsmeisterschaften nehmen dieses Jahr 89 Innerschweizer teil. Einer der Teilnehmer ist Nico Moser. Er kämpft um den Schweizer-Meister-Titel im Plattenlegen.
Nico Moser beim Abmessen der Platten an den SwissSkills Berufsmeisterschaften.
(Bild: Dominik Wunderli, (Dagmersellen, 09.09.2020))
Nico Moser neben den von Donati gezeichneten Plänen. (Bild: Pablo Mathis,  Dagmersellen, 09.09.2020)

Pablo Mathis

Pablo Mathis

Seit 1953 organisiert die Stiftung SwissSkills den schweizweiten Wettbewerb von Lehrabgängern in ihren Berufen. Dieses Jahr sollten in Bern rund 700 unter 21-Jährige aus 60 verschiedenen Berufen um den Schweizer-Meister-Titel kämpfen – darunter auch 89 Innerschweizer.

Durch das Coronavirus musste der Wettbewerb dieses Jahr dezentral stattfinden. Dies gilt auch für die neun Plattenleger, welche sich von Montag, 9., bis Samstag, 12. September, in Dagmersellen treffen. Die Kandidaten haben drei Tage Zeit, um auf einer Wand das Bundeshaus dreidimensional mit Platten nachzubauen. Zudem müssen sie auf einer anderen Wand einen Tessiner Bach abbilden. Am vierten Tag stehen dann Arbeiten am Boden an.

Ein bisschen konnten sich die Teilnehmer auf die schwierigen Aufgaben vorbereiten. «Vor vier Monaten bekamen die Kandidaten eine um 30 Prozent abgeänderte Version», verrät der Chefexperte Davide Donati.

Besonders der Zeitdruck fordert die Teilnehmer

Unter den Kandidaten, die in den Räumlichkeiten des Schweizerischen Plattenverband ihr Können unter Beweis stellen, befindet sich indes auch Nico Moser. Der 20-Jährige aus Bennau im Kanton Schwyz hat 2019 seine Lehre abgeschlossen.

Ausschlaggebend für seinen beruflichen Werdegang war vor allem sein Vater, der auch Plattenleger war. Nico Moser:

«Ich durfte meinen Vater schon früh auf der Baustelle besuchen. Dabei habe ich Einblicke in die Vielseitigkeit des Berufes erhalten.»

Auch bei den SwissSkills Meisterschaften will Moser in die Fussstapfen seines Vaters treten. Dieser hatte 1991 sogar an den WorldSkills Meisterschaften teilgenommen, wo sich Kandidaten aus aller Welt messen.

Nico Moser sieht seine Stärken besonders in den schrägen Linien. Die grösste Herausforderung hingegen sei für ihn nebst den Rundungen der Zeitdruck. Die Kandidaten haben zur Vollendung der Aufgaben lediglich 22 Stunden Zeit.

Am Ende des dritten und vierten Tages werden die Werke von einer Jury von acht Experten beurteilt. Die Juroren achten nebst dem Gesamteindruck des Werkes auf Details wie die Schönheit der Schnitte und die Einhaltung der Masse. «Zudem untersuchen wir, ob die Flucht eingehalten, das heisst die Platten in einer Linie stehen», sagt Donati. Letztlich würde auch überprüft werden, dass die Oberfläche glatt sei und keine Unebenheiten aufweise.

Basierend auf diesen Kriterien werden die Kandidaten beurteilt. Die Top 3 erhalten für ihre Leistungen Werkzeuge geschenkt und qualifizieren sich für die nationale Vorausscheidung für die WorldSkills 2021 in Schanghai. In der Vorausscheidung treten die drei Teilnehmer nochmals gegeneinander an. Einer von ihnen erhält dann die Möglichkeit, den WorldSkills um den Weltmeistertitel zu kämpfen.

Davide Donati, der auch an den WorldSkills als Experte im Einsatz stehen wird, hofft in Schanghai an den Erfolg aus dem letzten Jahr anzuknüpfen:

«Im russischen Kazan konnte sich Renato Meier gegen die Konkurrenz aus 25 Ländern durchsetzen. Wir hoffen natürlich auch nächstes Jahr so erfolgreich zu sein.»

Nebst Renato Meier konnten 2019 auch weitere Schweizer Erfolge verzeichnen. Insgesamt sammelte die Schweiz 18 Medaillen.

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