Martin Uebelhart
1200 Töffli starteten am vergangenen Samstag zum Red-Bull-Alpenbrevet. Unterwegs war an dem Nachmittag auch die Kantonspolizei Obwalden. «Wir haben in Giswil, Stalden und Sarnen kurze Stichprobenkontrollen gemacht», sagt Silvan Stucki, Einsatzgruppenleiter bei der Verkehrs- und Sicherheitspolizei. «Es ging dabei um die Verkehrssicherheit und somit den Schutz der Teilnehmer, der Zuschauer und aller übrigen Verkehrsteilnehmer.» Dabei hat die Polizei rund 30 Töffli auf einen geeichten Rollenprüfstand gestellt. «Damit haben wir die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit der Gefährte überprüft», so Stucki. 20 Töffli hat die Polizei beschlagnahmt. «Bei diesen war wegen unerlaubter Abänderungen die Betriebssicherheit nicht gewährleistet.» Dabei sei es in erster Linie um Tempo- und Leistungssteigerungen gegangen.
Die Zweiräder werden nun vom Strassenverkehrsamt überprüft. Unerlaubte Anbauteile werden durch die Zulassungsbehörde beschlagnahmt. «Die Staatsanwaltschaft entscheidet darüber, was mit den Töffli geschieht», sagt Stucki. In der Regel würden diese wieder ausgehändigt.
24 Personen seien zu Handen der Staatsanwaltschaft Obwalden verzeigt worden. Diese werde über ein allfälliges Strafmass entscheiden. Sämtliche Personen hätten sich gegenüber der Polizei jederzeit korrekt und kooperativ verhalten.
Sämtliche Gefährte vor dem Start abgenommen
Der Veranstalter hatte in seinen Bestimmungen festgehalten, dass Modifikationen an den Töffli nicht erlaubt sind. Vor dem Start wurden sämtlich Gefährte technisch abgenommen. Dass die Polizei gleichwohl Übertretungen festgestellt hat, erklärt sich Silvan Stucki damit, dass die Abänderungen zwischen der Kontrolle und dem Start der Rundfahrt vorgenommen worden sein mussten. Alles in allem zieht die Kantonspolizei eine positive Bilanz vom Samstag. «Es ist ein schöner Anlass mit einer tollen Stimmung.»
Kaum Freude am Einsatz der Polizei hatte wohl der eine oder andere Teilnehmer, dessen Gefährt von der Polizei abtransportiert wurde. Unter ihnen Beat Steinmann aus Biberist, der seinem Ärger in einem Leserbrief an unsere Zeitung Luft macht. «Das Sarnerland kann nun wieder aufatmen und die Bewohner können ohne Angst vor ‹Töfflibuben› auf die Strasse zurückkehren», findet er. Und dass wohl in anderen Jahren den Teilnehmern die Lust vergehen könnte, sich stundenlang auf den Event vorzubereiten.
Polizei hat «ein Exempel statuiert»
In einem Tweet äusserte sich auch Florian Spichtig, Präsident von Obwalden Tourismus, zur Polizeikontrolle: «Obwalden Tourismus gibt alles, um neue Events und Angebote nach Obwalden zu holen. Die Kantonspolizei Obwalden gibt alles, um neue Events und Angebote aus Obwalden zu vertreiben.» Spichtig anerkennt auf Nachfrage unserer Zeitung die Legitimität des Einsatzes der Polizei. «In diesem Zusammenhang sollte auch noch erwähnt werden, dass die Sperrung des Dorfes Sarnen durch die Polizei zu spät erfolgt ist», hält er fest.
Spichtig macht auch deshalb ein Fragzeichen hinter die «rigorose Aktion» der Polizei, weil während des Jahres der Fokus kaum auf der Kontrolle der Töffli liege. «Da hat die Polizei andere Prioritäten. Am Samstag wurde aber an einem durch die Polizei bewilligten Nostalgie-Anlass, der Obwalden an sich positiv bekannt macht, ein Exempel statuiert», sagt er. Es gehe auch nicht darum, frisierten Töffli an dem Anlass Tür und Tor zu öffnen. «Es war ja auch nicht so, dass die Teilnehmer mit Vollgas unterwegs sein durften,» so der Tourismuspräsident weiter. Da das Ziel darin bestanden habe, möglichst genau die Durchschnittsgeschwindigkeit aller Teilnehmer zu erreichen und zu schnelle Fahrer disqualifiziert wurden, sei die Motivation zum schnellen Fahren gar nicht vorhanden gewesen. «Eine ganz andere Sache wäre, wenn Töfflifahrer mitten in der Nacht angetrunken unterwegs wären. «Da braucht es unbedingt Kontrollen», sagt Spichtig.

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