Am 26. Februar konnte die SP Uri David Gallusser, Ökonom beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund, in Schattdorf bei der SBU begrüssen, wie die Partei in einer Mitteilung schreibt. Dies war bereits das zweite «Polit-Palaver» im Urnerland. Das Format verbinde kollegialen Austausch, spannende Inputs und feines Essen.
David Gallusser erläuterte, wie die Kaufkraft in den letzten Jahren unter Druck geraten sei. Eine zurückgehende Nachfrage bremse denn auch die wirtschaftliche Entwicklung. Die Reallöhne seien in vielen Branchen zurückgegangen, gleichzeitig habe sich die Lohnschere geöffnet. Die Löhne im tiefen und mittleren Bereich hinken hingegen der Entwicklung der Produktivität hinterher. Die hohen Krankenkassenprämien und weitere Abgaben drückten ebenfalls auf die Kaufkraft. Die Gewerkschaften fordern darum, einen Mindestlohn von 5000 Franken für Arbeitnehmende mit Lehrabschluss. Seine Ausführungen illustrierte David Gallusser mit zahlreichen Statistiken und grafischen Darstellungen, wie es in der Mitteilung heisst. So zeigte er beispielsweise, dass die Löhne in Branchen, in denen viele Frauen arbeiten, deutlich tiefer sind.
Rege Diskussionen in kleiner Runde
An vier Tischen diskutierten die Anwesenden während des Essens und beim Kaffee über verschiedene Aspekte des Referats von David Gallusser. Schwerpunkte bildeten gemäss der Mitteilung die Lohnentwicklung, die Gleichstellung (oder Noch-Nicht-Gleichstellung) der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt, Fragen der Migration und damit auch zur Europapolitik sowie Themen rund um Steuern, Abgaben und Kaufkraft. Es kamen auch zahlreiche persönliche Beispiele beruflicher Tätigkeit aus Privatwirtschaft und öffentlichem Dienst zur Sprache. Ein Teilnehmer, der die Arbeit auf dem Bau wie auch im Sozialbereich aus eigener Erfahrung kennt, konnte die Ausführungen von David Gallusser zu tiefen Löhnen in «Frauenberufen» wie auch zu den positiven Auswirkungen einer starken gewerkschaftlichen Organisation bestätigen – man denke beispielsweise an das Rentenalter 60 im Bauhauptgewerbe.
Positives Fazit
Am Schluss seien sich alle einig gewesen: «Man hatte vom Referat und der Diskussion profitiert – für die eigene politische Arbeit auf Gemeinde- und Kantonsebene, aber auch für Gespräche im Freundes- und Bekanntenkreis.» Das Format biete einen lockeren, aber inhaltlich intensiven Rahmen und soll nächstes Jahr weitergeführt werden. (rwi)

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