Schweiz

Polarlichter hüllen die Schweiz in ein Lichtermeer: Die Bilder aus der Zentralschweiz und was hinter dem Phänomen steckt

In der Nacht auf Samstag wurde die Schweiz Zeuge eines in unseren Breitengraden seltenen Phänomens: Am Nachthimmel blitzten Polarlichter auf.
Die Polarlichter waren auch im Kanton Uri sichtbar.
Bild: Bild: Thomas Gisler (Erstfeld, 11. 5. 2024)

Es gibt ein Internetphänomen: Ab und an passiert es, dass US-Amerikanerinnen und US-Amerikaner die Schweiz mit Schweden verwechseln. Nach der Nacht von Freitag auf Samstag könnte die Verwechslung möglicherweise vermehrt aufgekommen sein, denn die eher für Skandinavien charakteristischen Polarlichter zeigten sich in der Schweiz. Das Ausmass des Lichtspektakels ist laut SRF Meteo überraschend gross aufgefallen . Um 1 Uhr zeigten sich die Polarlichter am intensivsten, gar der grüne Anteil des Lichts sei sichtbar gewesen. Dass in der Atmosphäre ebendieser grüne Teil besonders tief liege zeuge davon, dass die Polarlichter sehr weit nach Süden vorgestossen seien. Infolgedessen konnten sich auch die Leute im Mittelmeerraum oder in Südflorida ob der Lichter freuen.

Doch wie passiert das genau? Generell strömt die Sonne sogenannten Sonnenwind in alle Richtungen ab. Sonnenwind besteht zu einem grossen Teil aus ionisiertem, also positiv geladenem Wasserstoff. In dieser Konstellation (H 3 + ) ist er eines der häufigsten Ionen, also positiv geladenen Atomen, im interstellaren Raum. Wenn der Sonnenwind mit dem positiv geladenen Wasserstoff auf die Erde trifft, wird er vom Erdmagnetfeld zu den Polen abgelenkt. Die Wasserstoff-Ionen regen dann Moleküle der Erdatmosphäre an. Das Resultat: Die Moleküle senden farbiges Licht aus. Das nennen wir dann Polarlicht. Weil der Sonnensturm so stark wie seit 2003 nicht mehr war, zeigte sich das Polarlicht sogar in unseren Breitengraden.

In der Nacht auf Sonntag könnte sich das Phänomen wiederholen

Wer das Spektakel verpasst hat, erhält in der Nacht auf den Sonntag erneut eine Chance, die Polarlichter in der Schweiz zu sehen, wie die in Hamburg ansässige Wochenzeitung «Die Zeit» unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur (dpa) schreibt. Carolin Liefke, stellvertretende Leiterin des Hauses der Astronomie Heidelberg, misst einer zweiten Polarlichter-Nacht eine «gewisse Wahrscheinlichkeit» zu.

Sonnenstürme haben also einen grossen Einfluss, zumindest optisch. Aber sie können das Wetter nicht beeinflussen, wie der österreichische Meteorologe und Polarlichtforscher Andreas Pfoser gegenüber der «NZZ» sagt . Vorsicht ist dennoch geboten: Sonnenstürme können Störungen rund um den Flugverkehr, die Stromversorgung, Navigationssysteme sowie Satelliten- und Radioübertragungen verursachen. ( zgc )

Hat Ihre Kamera die Polarlichter erwischt? Dann schicken Sie uns das schönste via Formular .

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