Erstfeld

Der «Hike» ist mehr als eine Wanderung

Die Erstfelder Pfadis begaben sich in ihrem Sommerlager auf eine Zweitageswanderung und stärkten dabei den Gruppenzusammenhalt.
Bei der Hikegruppe Säbelzahntiger werden die Entscheide gemeinsam getroffen.
Bild: zvg

Für die Erstfelder Pfadis waren der Montag und Dienstag mit besonderen Herausforderungen verbunden. Sie begaben sich auf ihren «Hike». Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet Wandern. In der Pfadi ist ein Hike aber mehr als nur eine Wanderung. So waren die Erstfelder Pfadis in kleinen Gruppen unterwegs und lernten dabei, Verantwortung zu übernehmen. An einem Posten erhielten sie jeweils die Koordinaten für den nächsten Posten. Die Kinder zeichneten auf der Karte den Weg dorthin ein. Ein Pfader mit einer Leiterausbildung war zwar bei jeder Gruppe dabei, er half aber nur, wenn es wirklich nötig war oder wenn sich eine gefährliche Situation abzeichnete. «Die Kinder lernen, auf der Wanderung gemeinsam Entscheide zu fällen, was den Gruppenzusammenhalt extrem stärkt», sagt Andreas Stadler. Der Abteilungsleiter der Erstfelder Pfadis ist gleichzeitig Leiter im Lager in Hergiswil bei Willisau.

Auf dem Hike legen die Erstfelder Pfadis jeweils zwischen 25 und 30 Leistungskilometer zurück. «Die effektiv zu laufende Zahl an Kilometern variiert je nach Region sehr stark», so Stadler. «Im gebirgigen Bündnerland ist eine Wanderung viel strenger als im ziemlich flachen Baselland. Daher berechnen wir die Höhenmeter auch mit ein, was mehr über die Leistungen der absolvierten Wanderung aussagt.»

Übernachten im Stall, in einer Turnhalle oder auf einem Flugplatz

Die Pfadis haben kein Zelt dabei und auch keinen organisierten Schlafplatz. Vielmehr begeben sie sich am vorgesehenen Übernachtungsort von Haustür zu Haustür und fragen die Leute vor Ort, ob sie bei ihnen schlafen könnten oder ob sie irgendwo eine Möglichkeit kennen würden.

Die Gruppe Säbelzahntiger unterwegs auf der Zweitageswanderung.
Bild: zvg

Vielfach wird ein Stall zur Unterkunft für eine Nacht. Einige fragen auch bei der Gemeinde nach, ob eine Turnhalle als Schlafplatz dienen könnte. Andreas Stadler hatte vor ein paar Jahren Glück. In einem Villenquartier klopfte er mit seiner Gruppe an, in der Hoffnung, die Bewohnenden würden einen Bauer mit einem freien Platz in einem Stall kennen. Doch sie wurden hereingebeten und durften in der Stube schlafen. Überrascht war auch jene Gruppe, die auf einem kleinen Flugplatz übernachten konnte, der in jener Nacht gerade nicht gebraucht wurde.

Ein der Hitze angepasstes Programm

Wegen der zurzeit herrschenden hohen Temperaturen gab es für die Pfadis auf dem Hike verschiedene Entlastungen. So haben die Pfadis in der Hitze nur ihr Mittagessen dabei. «Am Abend und am Morgen liefern wir ihnen das Essen, damit sie weniger schwer tragen müssen», so Andreas Stadler. «Auch bringen wir zusätzliche Getränke vorbei.»

Am Montagmorgen mussten die Pfadis früher aufstehen. Die Abreise fand früher als ursprünglich geplant statt. Bereits um 7 Uhr liefen die Pfadis los. «So konnten sie die etwas tieferen Temperaturen am Morgen nutzen», erklärt Andreas Stadler. «Zudem durften sie eine längere Mittagspause als üblich machen. »

Nicht nur auf dem Hike, sondern während des gesamten Sommerlagers passen sich die Pfadis der Hitze an. «Wir machen mehr Pausen und trinken viel», sagt Andreas Stadler. Er betont aber auch: «Wir wollen den Lageralltag so normal behalten, wie möglich.»

Das Lager der Pfadi Erstfeld haben in der ersten Woche 50 Personen besucht. Die jüngsten Teilnehmer, die Wölflis, sind aber nach der ersten Woche bereits wieder nach Hause zurück gekehrt.

Zu jedem Pfadilager gehört ein Motto, das zwei Wochen lang im Zentrum steht. Die Erstfelder Pfadis haben sich auf eine Zeitreise in die Steinzeit begeben. ‹Wir wollten eine Zeitreise machen, doch unsere Zeitmaschine ist defekt›, so Andreas Stadler. «Jetzt stecken wir auf der Zeitreise fest und zu allem Übel ist die Eiszeit angebrochen. Wir müssen nun auf Nahrungssuche gehen und Energie sammeln, damit wir Ende Woche in den Kanton Uri zurückkehren können.»

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