Aufgrund der Regenflut in den vergangenen Tagen sind die Wasserstände in den Zentralschweizer Gewässern stark angestiegen. Zwischen Samstagmorgen und Dienstagmorgen fielen besonders am Alpennordhang Niederschlagsmengen von insgesamt 80 bis 120 Millimetern, stellenweise auch um 150 Millimeter. Der Vierwaldstättersee ist seit dem Dienstagabend leicht gesunken und misst am Mittwochnachmittag 434,21 Meter über Meer – was Gefahrenstufe 2 (mässige Gefahr) bedeutet. Am Dienstagabend hat der See noch einen Wasserstand von 434,25 Metern über Meer aufgewiesen, was im Bereich der Gefahrenstufe 3 (erhebliche Gefahr) liegt.
Wie aus der Hochwasserwarnkarte des Bundesamts für Umwelt (Bafu) zu entnehmen ist, hat der Pegelstand der Reuss in Luzern ebenfalls im Vergleich zum Dienstagabend leicht abgenommen. Der Wasserstand beträgt am Mittwochnachmittag 433,21 Meter über Meer – das bedeutet Gefahrenstufe 2, also mässige Gefahr. Am Samstag betrug der Pegel bei der Messstation Luzern Geissmattbrücke noch 432 Meter. Durch die heftigen Regenfälle ist der Wasserstand also innerhalb von wenigen Tagen um mehr als einen Meter gestiegen.
Die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) bat aufgrund des hohen Pegelstandes auf Reisen mit Rollstühlen bis Mittwochabend zu verzichten. Dies, wie die SGV schreibt, «aus Sicherheitsgründen beim Ein- und Ausstieg».
Auch die Kleine Emme trägt seit Montag sehr viel Wasser, wie Leserbilder aus Malters zeigen. In Wolhusen drohe sie gar überzulaufen, berichtet eine Leserreporterin: «Normalerweise kann man dort über den ‹Steg› runter und baden». Dies ist aufgrund der gewaltigen Wasserströme momentan nicht möglich. Am Dienstagabend hat der Pegel in Emmen 434,42 Metern über Meer betragen, während er bis Mittwochnachmittag auf 434,19 Meter über Meer gesunken ist.
Der Zugersee erreichte in den letzten sieben Tagen keine erhöhte Gefahrenstufe, jedoch stieg der Wasserstand stetig an und wies am Mittwochnachmittag einen Höchststand von 413,72 Metern über Meer auf.
Überschwemmungen im Kanton Obwalden
In Nid- und Obwalden sind die Pegelstände der Gewässer ebenfalls stark angestiegen. So komme das Aawasser in Buochs schon ziemlich hoch an den «Punkt», erklärt ein LZ-Reporter. Gemäss Bafu liegt der Wasserstand der Engelberger Aa am Dienstagabend bei 443,78 Metern. Am Mittwochnachmittag misst der Pegelstand 443,59 Meter über Meer – und ist damit immer noch innerhalb der Gefahrenstufe 1 (keine oder geringe Gefahr).
Noch schlimmer trifft es den Kanton Obwalden. Dort steht das Gebiet Ried zwischen Giswil und Sachseln, direkt am Sarnersee, seit Montagabend unter Wasser. «Gummistiefel reichen nicht mehr», so ein Leser gegenüber 20 Minuten. Ein Augenschein unserer Reporterin am Dienstag zeigt die Verwüstung des Gebiets.
Die Sarner Aa hat am Dienstagabend mit 469,78 Metern über Meer die Grenze zur Gefahrenstufe 2 überschritten. Auch am Mittwochnachmittag befindet sich der leicht gesunkene Wasserstand von 469,71 Metern über Meer immer noch in der Gefahrenstufe 2. Die Kleine Schliere führte am Montag ebenfalls viel Wasser, wie ein Leserbild aus Alpnach Dorf zeigt.
Der Pegel des Lauerzersees ist zwischen Dienstagmittag und -abend um zwei Zentimeter gesunken, berichtet der «Bote der Urschweiz» . Innerhalb weniger Tage war der Pegel um über einen halben Meter gestiegen und näherte sich der kritischen Marke von 451 Metern über Meer. Der Wasserstand bewegt sich mittlerweile wieder Richtung Normalwerte. Am Mittwochnachmittag misst der Pegelstand 448,24 Meter über Meer.
Ob die Pegelstände in den kommenden Tagen weiter ansteigen werden, bleibt unklar. Gemäss SRF Meteo dürften die Regenfälle im Laufe der Woche leicht nachlassen. Auch die Temperaturen sollten wieder etwas ansteigen. Noch besteht also Hoffnung auf einen – zumindest teilweise – sonnigen Nationalfeiertag am kommenden Freitag. ( luz/sig/gh/zfo/lzi )










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