
Die Preise im öffentlichen Verkehr werden im Jahr 2027 steigen. Nachdem es zuletzt auf 2024 hin zu einem Preisanstieg gekommen ist, hat der Nationale Direkte Verkehr angekündigt, die ÖV-Tarife mit dem kommenden Fahrplanwechsel um durchschnittlich 3,9 Prozent anzuheben. Auch der Tarifverbund Passepartout plant eine Preisanpassung per 13. Dezember 2026, wie es in einer Mitteilung heisst.
Wie viel die ÖV-Benutzenden in den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden in Zukunft bezahlen müssen, ist derzeit noch unklar. «Die neuen Preise werden nach Abschluss der internen Entscheidprozesse und der Konsultation des Preisüberwachers voraussichtlich Ende August bekannt gegeben», heisst es beim Tarifverbund.
Erhöhung soll möglichst kundenverträglich sein
Bei der letzten Preisanpassung variierten die Veränderungen je nach Zone, Distanz und Ermässigung stark: Sie reichten von einer 10-prozentigen Senkung bis hin zu einem Anstieg um 30 Prozent. Ob die Anpassungen diesmal auch wieder so divers ausfallen, kann Markus Flückiger, Leiter Markt und Tarifverbund Passepartout, nicht sagen: «Es ist zu früh, um solche Aussagen zu treffen. Wir starten jetzt erst mit den diesbezüglichen Arbeiten. Hierfür wurde eine Sonderarbeitsgruppe eingesetzt.» Bei der Preisgestaltung gelte es laut Flückiger, diverse Aspekte wie beispielsweise auch die Kundenakzeptanz zu berücksichtigen.
Man wolle sich die Zeit nehmen, um die Erhöhungen möglichst kundenverträglich umzusetzen. Es sei immer auch ein Abwägen der Kostenverteilung zwischen der öffentlichen Hand und den ÖV-Benutzenden. Es müsse einbezogen werden, wie stark Bund, Kantone und Gemeinden bereit seien, den ÖV zu finanzieren. «Schlussendlich finanzieren auch die Reisenden das Angebot zu rund 50 Prozent mit», sagt Flückiger.
«Ohne Preisanpassung müssen Leistungen reduziert werden»
Die erhöhten Preise werden mit Kostensteigerungen begründet. Die Transportunternehmen hätten in den letzten Jahren zahlreiche Effizienzsteigerungen umgesetzt und Kosten eingespart, aber «die aktuellen Kostensteigerungen können nicht mehr vollständig intern kompensiert werden.»
Zu den wesentlichen Kostentreibern würden die steigende Nachfrage nach öffentlicher Mobilität sowie die damit verbundenen Investitionen in Angebot, Infrastruktur und Fahrzeuge zählen. Gleichzeitig würden die allgemeine Teuerung, höhere Energie- und Materialkosten sowie veränderte politische Rahmenbedingungen zu zusätzlichen finanziellen Belastungen führen. «Dazu gehört unter anderem der Wegfall der Rückvergütung der Mineralölsteuer.»
Wie der Tarifverbund weiter ausführt, werde die Umstellung auf den fossilfreien öffentlichen Verkehr weiter vorangetrieben, was zusätzliche Investitionen erfordere. «Ohne Preisanpassung müssten mittelfristig Leistungen reduziert oder zusätzliche Mittel der öffentlichen Hand eingesetzt werden», heisst es weiter. Mit der Preisanpassung trage Passepartout dazu bei, «Angebot, Qualität und Investitionen im öffentlichen Verkehr langfristig zu sichern».



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