Die Luzerner Ingenieurfirma ewp bucher dillier AG hat am Mittwoch ihre Idee zur Lösung der Verkehrsprobleme in der Stadt Luzern präsentiert. Ein Parkhaus unter dem Musegg-Hügel soll helfen, die Strassen in der Innenstadt und die Seebrücke vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten. Zudem würden mit dem Parkhaus das Problem der Carparkplätze gelöst, heisst es in einer Mitteilung. Geplant ist ein Parkhaus für 27 Cars und 672 Autos.
Via Falkenplatz zur Altstadt
Die Initianten möchten beim Musegg-Hügel ein unterirdisches Parkhaus mit fünf Etagen bauen. Die Zufahrt erfolgt durch einen 360 Meter langen Tunnel ab der Geissmattbrücke bei der Autobahnausfahrt Luzern Zentrum. Vom Parkhaus gelangen Fussgänger durch eine 100 Meter lange, unterirdische Passage zwischen Bezirksgericht und Café Heini zum Falkenplatz in der Luzerner Altstadt. Die oberste Ebene des Parkhauses führt zudem direkt zur Museggstrasse. Über einen zum Parkhaus zugehörigen Lift wird für Touristen die Museggmauer im Bereich des Schirmerturms erschlossen. Laut den Initianten kann das Parkhaus an die geplante Nordtangente angeschlossen werden. Dieses Portal käme im Maihof zu liegen.
Realisierung ohne Steuergelder
Die Investitionen von rund 130 bis 150 Millionen Franken sollen private Investoren tragen. Laut den Initianten sollen sich die Steuerzahler und die öffentliche Hand nicht an den Kosten beteiligen müssen. Erste Gespräche mit Pensionskassen, Parkhausgesellschaften und Investmentfonds haben bereits stattgefunden. Das Interesse sei gross, schreiben die Initianten.
Die Realisierung soll sechs Jahre dauern. Geplante Eröffnung ist 2020. Als nächstes wollen die Promotoren das Projekt beim Stadtrat eingeben. Bis 2015 wollen sie ein Vorprojekt ausarbeiten.
Konkurrenz will Metro-Projekt
Das geplante Parkhaus unter dem Musegg-Hügel ist nicht die erste Idee, wie die Luzerner Innenstadt vom Car- und Auto-Verkehr entlastet werden könnte. Bereits im Juni 2013 präsentierten ebenfalls private Initianten eine Machbarkeitstudie für eine Metro vom Stadtrand zum Schwanenplatz am See.
Die Metro würde vom Gebiet Ibach in der Nähe der Autobahnanschlüsse Emmen Süd über zwei Kilometer zum Schwanenplatz führen. In Ibach sollen Parkhäuser für 3500 Autos und 80 Cars gebaut werden. Das Vorhaben soll 400 Millionen Franken kosten.
Stadt und Kanton Luzern verlangen von den Metro-Initianten, dass sie bis Ende 2013 zentrale Fragen geklärt haben. Dabei geht es um die Wirtschaftlichkeit, die Auswirkungen auf den Verkehr sowie die Akzeptanz bei Tourismus und Gewerbe.
Stadtrat "offen für private Ideen"
Die Luzerner Stadtregierung will die Ideen für ein Parkhaus im Musegg-Hügel sowie für eine Metro prüfen. Der Stadtrat sei grundsätzlich «offen für private Ideen», sagte Stadtrat Adrian Borgula auf Anfrage.
Das Projekt offiziell bewerten wollte Borgula nicht. Die Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit nehme derzeit eine Auslegeordnung vor, wo in Luzern künftig Carparkplätze angeboten werden könnten. Die Ideen der Privaten würden in die Überlegungen einbezogen, sagte Borgula.
1980 an der Urne gescheitert
Die Idee für ein Parkhaus im Musegg-Hügel ist nicht neu. 1980 lehnten die Stadtluzerner Stimmberechtigten ein unterirdisches Parkhaus im Musegg-Hügel mit Zufahrt von der Altstadt mit rund 16'300 Nein gegen 4900 Ja deutlich ab.
Der Stadtrat gab 1988 erneut Vorabklärungen in Auftrag. Er wollte zahlreiche Parkplätze in der Innenstadt aufheben und die Reisecars vom Schwanenplatz abziehen. Der Stadtrat hielt die Museggregion als Standort für ein Altstadt-Parkhaus weiterhin am geeignetsten. Bei einer Neuauflage sollte die Zufahrt aber von der Rückseite erfolgen.
Als Bauträgerin stand die Stadt selber im Vordergrund. Betrieben werden sollte das Parkhaus von einer privaten Gesellschaft.
1992 begrub der Stadtrat die Pläne allerdings wieder. Das Konzept sei von keiner Institution vorbehaltlos positiv bewertet worden, hiess es damals. Die politische Machbarkeit des Projektes sei nicht gegeben gewesen.
sda/rem



Kommentare
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Schon vor 30 Jahren, gab es Initianten, die mit einem Parkhaus unter der Musegg, den Verkehr besser entlasten und lenken wollten.
Das Verkehrschaos wurde immer grösser, viel Werbung in aller Welt bringt Luzern die Touristen, die Verdienst bringen, in die Stadt ! Gut und Recht so, jetzt haben auch die Kritiker von damals eingesehen, dass die unhaltbaren Zustände, einer Lösung harren.
Verschiedene Interesse-Gruppen, privater Seite, lancieren verschiedene Lösungen, die diskutiert werden sollen. Kosten, Zu- und Wegfahrt sind verschieden lösbar, aber für die Zukunft Luzerns von eminenter Wichtigkeit.
Jetzt aber geht das gleiche Jammern und Gezeter wieder los, wie vor 30 Jahren und wer zahlt das, der Stadt darf keine Parkhäuser bauen etc.
Diese Nörgler und notorischen Neinsager sollen mal bessere Lösungen bringen.
Die Lösungsbringer aber seien daran erinnert : Eine Sache durchläuft drei Stufen, zuerst wird etwas belächelt, dann bekämpft und später als selbstverständlich angenommen.
Und auch wenn dieser Parkplatz gebaut wird, gibt es vor 2020 keine Verbesserung mit dem verstauten Luzern!!
PS: Beim Satu sind beide ÖV und Auto betroffen!
Das Konzept soll ja auch bis 2030 umgesetzt sein, welches die Bevölkerung per Abstimmung vor drei Jahren Angenommen hat.
Es war noch nie die Aufgabe des Staates Parkhäuser zu bauen.
Tun sie ja auch nicht in diesem Fall.
Ist das jetzt die neue Strategie? Der Staat stellt nur noch (unrentablen) ÖV zur Verfügung. Parkplätze – sofern überhaupt zulässig – muss der verhasste Autofahrer zu „Marktpreisen“ selbst beschaffen? Ausgenommen natürlich Veloparkplätze samt Versorgungsinfrastruktur.
Entgegen Ihrer Behauptung ist der ÖV in Luzern rentabel. Die Jahresberichte der vbl helfen weiter.
Und seit wann baut der Staat Parkhäuser?
seit wann baut der Staat Tioletten? Das können doch auch Private machen. Und die Bahnhöfe und die Brücken. Halt einfach alles was man bauen kann...
Das sehe ich genau so! Ich will in einem staatlich subventionierten Parkhaus parken! Schliesslich können Velos gratis parkieren, Fussgänger können auf Trottoirs stehen (gratis versteht sich) und Eltern können ihre Kinder auch gratis in der Schule "parkieren". Wo bleibt da die Gerechtigkeit! Hier wäre wieder mal die SVP mit einer Initiative gefragt.
Dann sollten Sie mir aufzeigen, wo "Fussgänger" Mehraufwände verursachen. Autos haben immense indirekte Kosten, die auch mit allen Abgaben nie gedeckt werden. Nur das sehen Leute wie Sie nie ein.
Littering! Überall Littering! Und dann hören sie vermutlich Musik mit ihren iPods die sie illegal aus dem Netz geladen haben!
Unglaublich, das hat ja gerade GAR nichts miteinander zu tun.
Jeder Fussgänger bezahlt auch Steuern, sofern er kein Tourist ist.
Die Abnutzung der Ampelknöpfe wenn sie über die Strasse wollen. Und die Unterführungen welche immer wieder gebaut oder saniert werden müssen. Das wird alles gerne vergessen.