Luzern

Neues Parkhaus soll Luzern vom Verkehr entlasten

Private lancieren die Idee eines Parkhauses unter dem Musegghügel in der Stadt Luzern. Die Kosten für ein Terminal mit Platz für 30 Cars und 670 Autos betragen 150 Millionen Franken. Der Stadtrat zeigt sich offen.
Die Zu- und Wegfahrt des Parkhaus Musegghügel erfolgt über die Geissmattbrücke, mit direktem Anschluss an die Autobahn A2 bei der Ausfahrt Luzern-Zentrum.
Bild: Visualisierung PD

Die Luzerner Ingenieurfirma ewp bucher dillier AG hat am Mittwoch ihre Idee zur Lösung der Verkehrsprobleme in der Stadt Luzern präsentiert. Ein Parkhaus unter dem Musegg-Hügel soll helfen, die Strassen in der Innenstadt und die Seebrücke vom motorisierten Individualverkehr zu entlasten. Zudem würden mit dem Parkhaus das Problem der Carparkplätze gelöst, heisst es in einer Mitteilung. Geplant ist ein Parkhaus für 27 Cars und 672 Autos.

Soll laut den Initianten hell und einladend werden: Zugang zum Parkhaus Musegg beim Falkenplatz zwischen Café Heini und Bezirksgericht.
Bild: Visualisierung PD

Via Falkenplatz zur Altstadt

Die Initianten möchten beim Musegg-Hügel ein unterirdisches Parkhaus mit fünf Etagen bauen. Die Zufahrt erfolgt durch einen 360 Meter langen Tunnel ab der Geissmattbrücke bei der Autobahnausfahrt Luzern Zentrum. Vom Parkhaus gelangen Fussgänger durch eine 100 Meter lange, unterirdische Passage zwischen Bezirksgericht und Café Heini zum Falkenplatz in der Luzerner Altstadt. Die oberste Ebene des Parkhauses führt zudem direkt zur Museggstrasse. Über einen zum Parkhaus zugehörigen Lift wird für Touristen die Museggmauer im Bereich des Schirmerturms erschlossen. Laut den Initianten kann das Parkhaus an die geplante Nordtangente angeschlossen werden. Dieses Portal käme im Maihof zu liegen.

Realisierung ohne Steuergelder

Die Investitionen von rund 130 bis 150 Millionen Franken sollen private Investoren tragen. Laut den Initianten sollen sich die Steuerzahler und die öffentliche Hand nicht an den Kosten beteiligen müssen. Erste Gespräche mit Pensionskassen, Parkhausgesellschaften und Investmentfonds haben bereits stattgefunden. Das Interesse sei gross, schreiben die Initianten.

Die Realisierung soll sechs Jahre dauern. Geplante Eröffnung ist 2020. Als nächstes wollen die Promotoren das Projekt beim Stadtrat eingeben. Bis 2015 wollen sie ein Vorprojekt ausarbeiten.

Konkurrenz will Metro-Projekt

Das geplante Parkhaus unter dem Musegg-Hügel ist nicht die erste Idee, wie die Luzerner Innenstadt vom Car- und Auto-Verkehr entlastet werden könnte. Bereits im Juni 2013 präsentierten ebenfalls private Initianten eine Machbarkeitstudie für eine Metro vom Stadtrand zum Schwanenplatz am See.

Die Metro würde vom Gebiet Ibach in der Nähe der Autobahnanschlüsse Emmen Süd über zwei Kilometer zum Schwanenplatz führen. In Ibach sollen Parkhäuser für 3500 Autos und 80 Cars gebaut werden. Das Vorhaben soll 400 Millionen Franken kosten.

Stadt und Kanton Luzern verlangen von den Metro-Initianten, dass sie bis Ende 2013 zentrale Fragen geklärt haben. Dabei geht es um die Wirtschaftlichkeit, die Auswirkungen auf den Verkehr sowie die Akzeptanz bei Tourismus und Gewerbe.

Stadtrat "offen für private Ideen"

Die Luzerner Stadtregierung will die Ideen für ein Parkhaus im Musegg-Hügel sowie für eine Metro prüfen. Der Stadtrat sei grundsätzlich «offen für private Ideen», sagte Stadtrat Adrian Borgula auf Anfrage.

Das Projekt offiziell bewerten wollte Borgula nicht. Die Direktion Umwelt, Verkehr und Sicherheit nehme derzeit eine Auslegeordnung vor, wo in Luzern künftig Carparkplätze angeboten werden könnten. Die Ideen der Privaten würden in die Überlegungen einbezogen, sagte Borgula.

1980 an der Urne gescheitert

Die Idee für ein Parkhaus im Musegg-Hügel ist nicht neu. 1980 lehnten die Stadtluzerner Stimmberechtigten ein unterirdisches Parkhaus im Musegg-Hügel mit Zufahrt von der Altstadt mit rund 16'300 Nein gegen 4900 Ja deutlich ab.

Der Stadtrat gab 1988 erneut Vorabklärungen in Auftrag. Er wollte zahlreiche Parkplätze in der Innenstadt aufheben und die Reisecars vom Schwanenplatz abziehen. Der Stadtrat hielt die Museggregion als Standort für ein Altstadt-Parkhaus weiterhin am geeignetsten. Bei einer Neuauflage sollte die Zufahrt aber von der Rückseite erfolgen.

Als Bauträgerin stand die Stadt selber im Vordergrund. Betrieben werden sollte das Parkhaus von einer privaten Gesellschaft.

1992 begrub der Stadtrat die Pläne allerdings wieder. Das Konzept sei von keiner Institution vorbehaltlos positiv bewertet worden, hiess es damals. Die politische Machbarkeit des Projektes sei nicht gegeben gewesen.

sda/rem

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