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Emmen

SP fordert Prävention gegen Beziehungsgewalt an Emmer Oberstufe

Mit einem Postulat regt die SP eine frühere Sensibilisierung an. An mehreren Schulen im Kanton Luzern werden entsprechende Programme bereits umgesetzt.
Präventionsprogramme gegen Gewalt in Beziehungen sollen auch in Emmen früh ansetzen.
Bild: Symbolbild: Maurizio Gambarin/ Keystone

Gemäss Zahlen des Bundes stirbt im Schnitt alle zwei Wochen eine Frau an den Folgen von häuslicher Gewalt. In Emmen soll deshalb bereits bei Jugendlichen angesetzt werden: Ein SP-Postulat fordert Präventionsprogramme gegen Beziehungsgewalt an den Oberstufen. An anderen Luzerner Schulen, etwa in Adligenswil und Ebikon, laufen bereits ähnliche Projekte.

Laut Postulat entstehen problematische Beziehungsmuster bereits in der Jugend und Kindheit. Fehlende Beziehungskompetenzen, unklare Grenzen und stereotype Rollenbilder könnten später Gewalt begünstigen.

Der Vorstoss verweist zudem auf den Einfluss sozialer Medien: Plattformen wie Instagram oder TikTok vermittelten verzerrte Beziehungsbilder; auch früher Pornokonsum könne problematische Vorstellungen von Einvernehmlichkeit fördern. Jugendliche müssten lernen, solche Inhalte kritisch einzuordnen.

Umsetzung mit bewährten Präventionsprogrammen

Konkret sollen laut Postulat bestehende Programme wie «fair-lieben», «love limits» oder «Herzsprung» an den Emmer Oberstufen eingeführt werden. Sie befähigen Jugendliche, Gewalt in Beziehungen früh zu erkennen und ihr entgegenzuwirken.

Das Projekt «fair-lieben» der Fachstelle «jumpps*» bietet Workshops zu Themen wie Einvernehmlichkeit, Eifersucht, Kontrolle oder Stalking an. «Jugendliche lernen im Workshop, eigene Grenzen wahr- und ernst zu nehmen und diese einzufordern», sagt Geschäftsleiterin Petra Wigger. Ziel sei es, Hemmschwellen abzubauen und aufzuzeigen, wo in der Nähe Hilfe erhältlich ist. Das Angebot unterstützt mit einem integrierten Fachinput auch die Lehrpersonen.

Die Workshops wurden im Kanton Luzern im Jahr 2025 im Rahmen einer Leistungsvereinbarung subventioniert. Für 2026 sei diese trotz grosser Nachfrage nicht verlängert worden. Ohne finanzielle Unterstützung könnten sich viele Schulen das Angebot kaum leisten. «Die Nachfrage ist da – Prävention darf nicht an der Finanzierung scheitern», so Wigger.

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