Kommentar «Chefsache»

Ob Santa Claus, Samichlaus oder Nikolaus: Was zählt ist letztlich der Gedanke

Nicht alle freut’s: Der amerikanische Santa Claus wird auch in der Schweiz populär. Mindestens in der Werbewirtschaft. Das ist nicht nur schlecht.

«Santa Claus statt Samichlaus» titelte unsere Zeitung kürzlich und stellte fest, dass Schweizer Grossverteiler und andere Unternehmen Weihnachten amerikanisch feiern. Was, so das Fazit, nicht alle freut. Vor allem, da jeder Kanton eine eigene Samichlaustradition kennt. Diese unterscheiden sich auch noch zwischen katholischen und protestantischen Orten.

Mit Santa Claus, dem «big fat man, with the long white beard», dem fetten Mann mit dem langen, weissen Bart, wie Michael Bublé die Figur besingt, verhält es sich wohl ähnlich wie mit Halloween.

Bräuche aus anderen Ländern werden mit zunehmender Mobilität auch in der Schweiz nach und nach zu mehr oder minder festen Bestandteilen unserer Kultur. Was ja grundsätzlich für die Offenheit der Schweizerinnen und Schweizer spricht.

Und ehrlich. Als Werbefigur eignet sich auch bei uns der fette Mann mit dem weissen Bart und seinem von fliegenden Rentieren gezogenen Schlitten voller Geschenke besser, als der traditionelle Samichlaus, der zwar auch belohnt, vor dem man aber – als Kind mindestens – manchmal zittert. Zumindest als Werbefigur dürfte Santa Claus in den Kantonen mit ihren eigenen Bräuchen kaum anecken.

Im Grunde ist es ja einerlei, ob einem Santa Claus mit seinen Elfen oder der Samichlaus und seine Schmutzli, der Nikolaus mit seinem Krampus oder nichts davon als Tradition gebräuchlich ist. Oder ob einem dieser oder jene Claus oder Chlaus passt.

Man kann Santa Claus, Samichlaus und Co also noch so sehr mögen oder nicht. Es ist doch vielmehr der Gedanke, den diese Figuren verkörpern, der zählt. Zusammenhalt, Wärme, Familie und mehr. Oder nicht?

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