NRP-Konferenz

Über Kantonsgrenzen hinweg mehr erreichen

Wie können Regionen gemeinsam wirtschaftliche Potenziale nutzen? An der NRP-Konferenz in Altdorf standen Projekte im Fokus, die Kantonsgrenzen überwinden.

Arbeitsmärkte, Verkehrswege und Wertschöpfungsketten machen an Kantonsgrenzen nicht halt. Entsprechend wichtig sei die Zusammenarbeit über diese Grenzen hinweg: Diese Botschaft zog sich durch die 17. Zentralschweizer NRP-Konferenz, die am Montag in Altdorf stattfand. Über 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus und öffentlicher Verwaltung nahmen daran teil, wie es in einer Mitteilung des Kantons Uri heisst.

Der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind verwies in seinem Grusswort darauf, dass auch gesellschaftliche Herausforderungen über politische Grenzen hinausreichten. Denken, Planen und Handeln über Kantonsgrenzen hinweg seien deshalb notwendig.

David Kramer vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zeigte auf, wie der Bund die überkantonale Zusammenarbeit im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) beurteilt. Wirtschaftliche Beziehungen orientierten sich häufig an Unternehmensnetzwerken, Wertschöpfungsketten und Verkehrsströmen statt an politischen Grenzen. Entscheidend sei deshalb, welche Partner und Gebiete für ein bestimmtes Projekt sinnvoll zusammengehörten.

Drei Kantone arbeiten am Gotthard zusammen

Wie eine solche Zusammenarbeit funktionieren kann, zeigt das Programm San Gottardo. Das gemeinsame NRP-Programm der Kantone Uri, Graubünden und Tessin soll die wirtschaftliche Entwicklung des Gotthardraums fördern. Unterstützte Projekte müssen in mindestens zwei der drei Kantone eine wirtschaftliche Wirkung erzielen.

Die Zusammenarbeit bringt allerdings Herausforderungen mit sich. Die beteiligten Regionen unterscheiden sich bei Sprache, Kultur, Verwaltungsstrukturen und wirtschaftlichen Voraussetzungen. Nadja Germann, Geschäftsstellenleiterin des Programms San Gottardo, betonte deshalb die Bedeutung persönlicher Kontakte. Man müsse die Verhältnisse und die zuständigen Personen in den Partnerkantonen kennen. Ebenso wichtig seien gegenseitiger Respekt und die Bereitschaft, sich auf unterschiedliche Arbeitsweisen einzulassen.

Über 60 Kleinseilbahnen gemeinsam vermarktet

Ein Beispiel mit direktem Uri-Bezug stellte Maurus Stöckli, Geschäftsführer der Uri Tourismus AG, vor. Beim Projekt «Kleinseilbahnabenteuer der Ur-Schweiz» werden unter dem Namen «OBSI+NIDSI» mehr als 60 Kleinseilbahnen in Uri, Obwalden und Nidwalden auf einer gemeinsamen Webplattform präsentiert und mit touristischen Angeboten verknüpft. Der überkantonale Ansatz ermögliche es, Wissen und finanzielle Mittel zu bündeln sowie Bahnbetreiber und touristische Partner miteinander zu vernetzen. Eine solche Zusammenarbeit brauche allerdings Zeit, sagte Stöckli. Zu Beginn sei ein gemeinsames Thema wichtiger als gemeinsame Strukturen.

Rolf Infanger vom Regionalmanagement Uri fasste zum Abschluss zusammen, was es für erfolgreiche Kooperationen über Kantonsgrenzen hinweg braucht: ein gemeinsames Thema, einen erkennbaren Nutzen, persönliche Kontakte und Verständnis für unterschiedliche Voraussetzungen.

Die Neue Regionalpolitik ist ein Förderinstrument von Bund und Kantonen. Sie soll insbesondere Berggebiete, ländliche Regionen und Grenzregionen wirtschaftlich stärken und Arbeitsplätze schaffen oder erhalten. (zvg/inf)

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