Nidwalden

Yoga zwischen Kunstwerken: Nidwaldner Museum lädt zum «Sommer im Museum»

Das Nidwaldner Museum verlängert den Sommer. Das Winkelriedhaus Stans soll vom 19. August bis 4. September zum Treffpunkt für «inspirierende Sommerabende» werden.
Der Hof vor dem Winkelriedhaus soll zum Treffpunkt werden.
Bild: Rafael Schneuwly (Stans, 27. 6. 2025)

Nach den Sommerferien lädt das Nidwaldner Museum ins Winkelriedhaus und seinen Garten ein. Im lauschigen Hof und in den unterschiedlichen Räumen findet während drei Wochen ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Rundgängen, Gesprächen, Lesungen, Performances und Musik statt, schreibt das Nidwaldner Museum in einer Mitteilung. Und verspricht: «Im gemütlichen Sommerbistro lässt es sich bei Speis und Trank verweilen.»

Die Veranstaltungen sollen dazu einladen, das Museum nicht nur als Ausstellungsort, sondern als offenen Treffpunkt für alle Generationen zu entdecken. Das grosse Interesse der vergangenen Jahre zeige der Museumsleitung: Die Verbindung von Kulturvermittlung, einem vielfältigen Programm, historischer Kulisse und sommerlicher Atmosphäre treffe einen Nerv. Künstlerinnen und Künstler diskutieren über ihre Arbeit, Historikerinnen und Historiker beleuchten regionale und globale Verflechtungen, während Konzerte und Performances den «zauberhaften Charme des Museumshofs» noch bewusster erlebbar machen sollen.

Borneo-Louis, Ibu Silla und die Erinnerungskultur

Der Reiz des «Sommer im Museum» liege auch in seinen unerwarteten Entdeckungen, schreibt das Museum weiter. Autor David Bucher erzählt vom Stanser Spargelkrieg und «anderen beinahe wahren Geschichten» aus Nidwalden. Ein anderer Abend widmet sich dem Nidwaldner Abenteurer Alois Wyrsch, bekannt als «Borneo-Louis», dessen aussergewöhnliche Lebensgeschichte zwischen Nidwalden und Südostasien bis heute fasziniert. Die Lesung von Autor Tony Ettlin wird umrahmt von Musik und originalen Sammlungsobjekten aus dem Bestand des Nidwaldner Museums. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Werk «Ibu Silla» der Künstlerin Olivia Abächerli. Ausgehend von den Tagebüchern des Nidwaldner Abenteurers Alois Wyrsch setzt sich die Videoarbeit mit Leerstellen in historischen Überlieferungen auseinander und eröffnet neue Perspektiven auf koloniale Geschichte und Erinnerungskultur. Das Werk ist bis zum 4. Oktober im Winkelriedhaus Stans zu sehen.

Kunst als Retrospektive und in der Gegenwart

Ein weiterer Fokus liegt auf der aktuellen Ausstellung im Winkelriedhaus: Im Mittelpunkt steht die Retrospektive zum Druckgrafiker Pravoslav Sovak (1926–2022), dessen Werk von Themen wie Erinnerung, Heimat und Exil geprägt ist. Anlässlich seines 100. Geburtstags ermöglichen eine Matinée und ein Erzähl-Café neue Zugänge zu Leben und Werk des Künstlers.

Aktuelle Perspektiven auf Kunst eröffnet das Künstlerinnengespräch mit Judith Albert, Werkjahrpreisträgerin 2026 der Frey-Näpflin-Stiftung. Experimentell und überraschend soll es beim Performance-Abend «Happen 10» mit Ruth Baettig, Elischa Heller und Rochus Lussi werden. Daneben finden auch für ein Museum ungewohnte Formate ihren Platz: Eine offene Yogalektion soll Kunst und Achtsamkeit verbinden, bevor zum Abschluss der Veranstaltungsreihe beim Pub-Quiz rund um Nidwalden Rätselspass und Regionalwissen aufeinandertreffen. Ergänzt wird das Programm durch eine geführte Velotour zum Skulpturenpark Ennetbürgen und einen Biodiversitätsspaziergang rund um das Winkelriedhaus. Darüber hinaus ermöglicht eine offene Druckwerkstatt Besucherinnen und Besuchern jeden Alters während der Dauer von «Sommer im Museum», eigene Drucke zu gestalten. (mka)

«Sommer im Museum»: 19. August bis 4. September 2026, Nidwaldner Museum Winkelriedhaus, Stans; Museum und Bistro: Mi. und Do., 14–20 Uhr (Eröffnungsabend bis 22 Uhr); Fr., 14–22 Uhr; Sa., 14–17 Uhr; So., 11–17 Uhr; Mo. und Di., geschlossen. Eintritt Veranstaltungen: Kollekte.

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