Die 32. Austragung dieser Wanderveranstaltung, bei der die Liebhaber von konzertanter und lüpfiger Ländlermusik voll auf die Rechnung kamen, wurde vom initiativen OK unter der Leitung von Dani Christen mit der Unterstützung seines Teams und des Musikvereins Hergiswil perfekt organisiert und durchgeführt. Acht Nidwaldner Formationen unterschiedlichen Alters und verschiedener Musikstile interpretierten auf der Loppersaal-Bühne in zwei Blöcken je zwei Vorträge.

Die Schwyzerörgeli-Jungformation mit Leo Käslin und Dominik Wagner, begleitet von Elin Flück am Kontrabass, eröffnete mit zwei Rees Gwerder-Tänzli das Konzert und bewies eindrücklich, dass da sehr talentierter Nachwuchs unterwegs ist. Das Ländlertrio Fräki-Örgeler mit Patrick Schnider und Thomas Barmettler und Lukas Bircher am Kontrabass zeigte ihre grosse Vielseitigkeit auf dem Schwyzerörgeli und mit dem Akkordeon.


Manuel Odermatt, Hans Graf, Otto Gabriel und Fredy Gabriel sind vier gestandene Musikanten und gaben als Handorgelduett Gheerfällig ihre Vorträge in perfekter Manier zum Besten. Für einen musikalischen Kontrast sorgten Pascal Barmettler und Sandro Christen als Alphornduo Pulverschnee und trugen gleich vier Eigenkompositionen von Pascal vor.


Einen Heimauftritt hatte Kapellmeister Reto Blättler mit seiner Formation, mit der er vorallem konzertante und anspruchsvolle Kompositionen von bekannten Komponisten wie Hans Aregger oder Kaspar Muther interpretierte. Pirmin Herger und Peter Odermatt, begleitet von Bernhard Herger am Kontrabass bilden das Ländlertrio H2O und sorgten nebst dem Auftritt im Konzert auch danach für Stimmung und Unterhaltung und spielten zum Tanz auf.

Wenn die Formation Bircherix im Programm steht, ist eine etwas andere Volksmusik angesagt. Den vier Bircher-Brüdern Andreas, Markus, Lukas und Linus gelang es im Nu, das Publikum mit beeindruckender Musikalität, wechselnder Instrumentierung und unverkennbarem Stil mitzureissen.

Das Comeback der Lopper Örgeler
Anfang der 2000-Jahre sorgten fünf junge Hergiswilerinnen unter dem Namen «Lopper-Örgeler» in der Volksmusikszene für Furore und bestritten Auftritte im In- und Ausland und als Höhepunkt ein Engagement an den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking. Im Jahr 2010 löste sich die Formation auf und die Frauen haben heute Familien mit Kindern im Alter von zwei bis zwölf Jahren. Im Herbst 2025 kam nun die Anfrage des OKs für einen Comeback-Auftritt am Ländlerabig in Hergiswil. Nach reiflicher Überlegung sagten die vier Musikantinnen zu, mussten aber zuerst ihre Instrumente entstauben und stimmen lassen.

Gespannt erwarteten nun eingefleischte Volksmusikkenner den Auftritt der Lopper-Örgeler, Ausgabe 2026. Und sie wurden nicht enttäuscht. Locker und mit viel Spielfreude und einem Lächeln im Gesicht wurden die ersten beiden Tänze vorgetragen. Beim zweiten Auftritt mit dem «Léman-Fox» und dem «Dudelsack-Schottisch» erreichte die Begeisterung des Publikums den absoluten Höhepunkt und liess die vier Frauen trotz frenetischem Applaus nur ungern ohne Zugabe von der Bühne. Bei der Frage, ob das nun ein einmaliger Auftritt war, zögerten die Musikantinnen mit der Antwort. Eigentlich hätten sie schon für einen einmaligen Auftritt abgemacht, sagten am Schluss aber vielsagend: sag niemals nie.
Das Fazit von OK-Präsident Dani Christen zum 32. Ländlerabig fiel äusserst positiv aus, da das langjährige Konzept sich einmal mehr bestens bewährte. Mit Wehmut musste Christen am Konzertende Pascal Barmettler und Jérôme Kuhn als OK-Mitglieder verabschieden.

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