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Wolfenschiessen

Die Alpgenossengemeinde tagte mit Rekordbeteiligung

An der Versammlung der acht Nidwaldner Gemeinalpen wurden Dominik Bircher  und Max Wyrsch als neue Bannwarte gewählt. Die Pflicht für eine Baueingabe für die Instandstellung von Unwetterschäden stösst auf Unverständnis.
Sitzend von links: Pius Niederberger (Vizepräsident); Paul Odermatt (Alpgenossen-Präsident) und Melanie Zumbühl (Alpgenossenschreiberin).  Stehend von links: Kaspar Barmettler; Hans Z'Rotz; Dominik Bircher (neuer Bannwart, Alp Lutersee); Kony Niederberger; Peter Odermatt; Max Wyrsch (neuer Bannwart, Alp Kernalp) und Norbert Zumbühl.
Bild: Franz von Holzen (Wolfenschiessen, 21. 2. 2026)

Alpgenossenpräsident Paul Odermatt durfte am letzten Samstag 230 Alpgenossen und Gäste in der Aula Zälgli in Wolfenschiessen willkommen heissen. Nebst weiteren Vertretern aus Politik und Wirtschaft begrüsste Odermatt speziell Nationalrätin Regina Durrer-Knobel, Landratspräsidentin Erika Liem Gander, Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger, Norbert Patt (CEO BET) und den neugewählten Regierungsrat Armin Odermatt.

In seinem Jahresbericht informierte Paul Odermatt über die intensive Tätigkeit im vergangenen Jahr und streifte arbeitsintensive Themen wie das Bike-Konzept, Projekte zur Instandhaltung, Strukturverbesserung und zu Neubauprojekten. Allgemein hatten die Alpen einen guten Sommer, wäre da nicht das schwere Gewitter vom 16. August gewesen, welches über Arni und Trübsee zog. Die Folge von diesem heftigen Intermezzo waren unpassierbare Alptriebwege und Brücken, übersarte Strassen und Alpweiden und grosse Schäden an Bachläufen.

Zur Beurteilung dieser Schäden waren nach dem Unwetter über zehn Experten vor Ort, was zur Folge hatte, dass die zuständigen Bannwarte und Verantwortlichen der betroffenen Alpen zwei verschiedene Baueingaben für die Instandstellung der Schäden beim Kanton machen mussten. Diese Tatsache löste bei den Alpgenossen grosses Unverständnis und Kopfschütteln aus. Die Älpler und Pächter hätten mit den Aufräumarbeiten sonst schon einen grossen Mehraufwand zu leisten und bräuchten diesen zusätzlichen Bürokram wirklich nicht, gaben die Bannwarte Hanspeter Würsch und Norbert Fischer zu verstehen. Dies gaben die beiden der anwesenden Vertretung der Regierung als Input weiter, mit der Anmerkung, dass man die Ressourcen in der Verwaltung besser nutzen soll.

Die Alpgenossengemeinde in der Aula Zälgli, Wolfenschiessen, war äusserst gut gesucht und verlief sehr speditiv.
Bild: Franz von Holzen (Wolfenschiessen, 21. 2. 2026)

Erfreuliche Rechnungsablagen und Neubauprojekte

Bei den Rechnungsablagen konnten alle Alpen positive Abschlüsse präsentieren und mehrheitlich eine Alptitelverzinsung auszahlen. Rekordergebnisse lieferten das Bärghuis Jochpass und das Alpstubli, welche mit ihren Teams top Arbeit leisten. Das Alpstubli wird durch einen Neubau ersetzt (Nidwaldner Zeitung vom 10.01.2026) und beim Sessellift Laubersgrat ist ein Ersatz mit neuer Linienführung und erhöhter Kapazität geplant. Auf mehreren Alpen sind Sanierungen, Strukturverbesserungen und bessere Erschliessungen geplant, damit die Älpler oder Pächter ihre Arbeit effizienter und leichter erledigen können.

Neuwahlen und Ehrungen

Alle Geschäfte der Traktandenliste wurden von den Stimmberechtigen einstimmig angenommen und sechs Gesuchsteller konnten als neue Alpgenossen aufgenommen werden. Nach 30 Jahren demissionierte Kony Niederberger als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission und wurde von Hanspeter Zimmermann mit einer Laudatio in Versform verabschiedet. Als Nachfolger wurde Walter Niederberger aus Wolfenschiessen gewählt. Dominik Bircher, Obbürgen, ersetzt den abtretenden Peter Odermatt als Bannwart der Alp Lutersee und  Max Wyrsch, Wolfenschiessen, wird als Ersatz von Norbert Zumbühl neuer Bannwart der Alp Kernalp. Für den zurücktretenden Bannwart von Trübsee, Hans Z’Rotz, wird momentan kein Ersatz gesucht, da mit der Einstellung eines technischen Mitarbeiters die Bannwarte stark entlastet werden können. Der Ennetmooser Kaspar Barmettler wurde für dreissig Jahre Engagement und Einsatz als «Trübsee-Hiät» geehrt. Alpgenossenpräsident Paul Odermatt gab am Ende der Versammlung bekannt, dass die Alpgenossen an der Iheimisch 2026 Mitte Mai auch vertreten sind und wünschte allen Anwesenden für das offerierte Mittagsessen «En Guätä» und einen guten und erfolgreichen Alpsommer 2026.

Der Ennetmooser Kaspar Barmettler wurde für 30 Jahre «Trübsee-Hiät» für sein grosses Engagement geehrt.
Bild: Franz von Holzen (Wolfenschiessen, 21. 2. 2026)
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