
Wer Wildbienen sieht, darf beruhigt hinschauen: Trotz ihres Namens sind sie friedliche Nachbarinnen. Die meisten Arten leben als Einzelgängerinnen, haben keinen Staat zu verteidigen – und ihr Stachel ist so schwach, dass er unsere Haut kaum durchdringt.
Um die wertvollen Bestäuberinnen im Kanton Uri zu fördern, hat Pro Natura Uri an ausgewählten Gewässern neue Nistplätze geschaffen. Umgesetzt wurde das Projekt gemeinsam mit dem Forstbetrieb Attinghausen-Seedorf und dem Bauunternehmer Fredi Muheim.
Darum brauchen Wildbienen unsere Unterstützung
In der Schweiz wurden bisher mehr als 600 Wildbienenarten nachgewiesen, dazu gehören auch die verschiedenen Hummelarten. Mehr als die Hälfte davon ist bedroht, schreibt Pro Natura Uri in einer Mitteilung. Wildbienen haben sehr unterschiedliche Wohnvorlieben. Manche graben sich in sandige Böden, andere nutzen Käferfrassgänge im Totholz, abgebrochene Pflanzenstängel, Trockenmauern oder sogar Schneckenhäuser. Genau solche Strukturen hat Pro Natura Uri mit dem Projekt gezielt geschaffen.
Neben Strukturen benötigen Wildbienen zum Überleben ein reichhaltiges Nahrungsangebot. Während Honigbienen mehrere Kilometer zurücklegen können, entfernen sich viele Wildbienenarten für die Nahrungssuche nur wenige hundert Meter von ihrem Neststandort. Vom Frühjahr bis in den Herbst braucht es deshalb in direkter Umgebung der Niststrukturen ein stetiges Blütenangebot, wo sie sich mit Nektar und Pollen verpflegen können. Das können Blumenwiesen, naturnahe Gärten oder artenreiche Hecken und Waldränder sein, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten blühen.
Harmlos und wichtig – eine gute Kombination
Viele Menschen verwechseln Wildbienen mit Honigbienen. Doch anders als die Staaten bildenden Honigbienen leben Wildbienen allein. Würden sie stechen, riskieren sie ihr eigenes Leben – und damit das Ende ihrer gesamten Brut. Darum tun sie es praktisch nie.
Mit den ersten warmen Frühlingstagen sind die Tiere bereits unterwegs – wer Glück hat, kann sie schon jetzt an den neuen Nistplätzen beobachten. Man muss aber gut hinschauen, denn nicht alle Wildbienenarten sind direkt als solche erkennbar. Von winzig klein, über stark behaart bis zu rot gefärbt sind sie extrem vielfältig und könnten im ersten Moment gut mit einer kleinen Fliege verwechselt werden. (zvg)
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