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Nidwalden

Nathalie Hoffmann übernimmt das Steuer im «Baumgarten» in Kehrsiten-Dorf

Im Seehotel Baumgarten weht seit Anfang Mai ein neuer Wind. Nach einer reibungslosen Übergabe führt nun Nathalie Hoffmann das Traditionshotel.
Nathalie Hoffmann (29) hat einen Traditionsbetrieb übernommen. (Bild: Kurt Liembd (Kehrsiten, 2. Mai 2019))

Kurt Liembd

Fast 40 Jahre führten Wilfried Hoffmann (81) und seine Frau Monika (59) das Seehotel Baumgarten mit viel Herzblut. Nun sind sie ins zweite Glied zurückgetreten. Sie übergaben vergangenes Jahr den Betrieb ihrer Tochter Nathalie Hoffmann (29). Durch die neuen Besitzverhältnisse werde sich am bewährten Betrieb des über hundertjährigen Hotels aber wenig ändern, sagt Nathalie Hoffmann und verspricht: «Das ‹Baumgarten› bleibt das ‹Baumgarten›.»

Einige neue Ideen hat sie aber schon. So gibt es neu eine Vinarium-Ecke, eine neue Garten-Speisekarte mit nautischen Elementen, ein neues Logo und eine neue Website. «Die Philosophie meiner Eltern möchte ich nicht verändern, höchstens etwas modernisieren», sagt Nathalie Hoffmann. Sie sei dankbar, dass ihre Eltern ihr soviel Verantwortung übergeben hätten. Dass in der Gastronomie eine Übergabe an die nächste Generation so positiv verläuft wie im «Baumgarten», sei nicht selbstverständlich. Dies bestätigt auch Gastroexperte Herbert Huber. «Dass das Feuer der Begeisterung auf die Nachkommen übergeht, ist eher die Ausnahme», so Huber. «Viele Junge wollen vom Gastgewerbe nichts wissen, gerade, weil sie erlebt haben, wie angespannt ihre Eltern waren und lange Präsenzzeiten hatten.»

Im Winter Gastgeberin in Davos

Das trifft für Nathalie Hoffmann nicht zu. Sie gilt als Kämpfernatur für die Interessen der Gastronomie. So führt sie im Winter, wenn das «Baumgarten» geschlossen ist, die «Alte Post» in Davos. Zudem ist sie seit zwei Jahren Präsidentin von Gastro Nidwalden und somit oberste Gastgeberin von rund 150 Gastrobetrieben. Auch im Dachverband Gastro-Suisse ist sie aktiv und engagiert sich dort für den neuen Landes-Gesamtarbeitsvertrag, der 2021 in Kraft treten soll.

Auf die Frage, wie sie das alles unter einen Hut bringt, sagt sie: «Es braucht einen klaren Kopf, eine gute Organisation und Selbstdisziplin». Dazu findet sie auch noch Zeit für ihren Ehemann Antonio, der nebst seinem eigenen Beruf noch im «Baumgarten» aushilft. Mutter Monika bleibt weiterhin als Küchenchef im Betrieb – im Sommer in Kehrsiten und im Winter in Davos.

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