Vor der Türe des Restaurants Seetäli steht ein Lieferwagen, im Innern wird gehämmert, aus dem Gebäude dringt der Geruch von frisch gestrichenen Wänden. Auf der Strasse bleibt ein Mann stehen. «Geht das ‹Seetäli› wieder auf?», fragt er überrascht. Denn zuletzt geöffnet war das Restaurant beim Bahnhof Emmenbrücke Anfang Juli. Davor war es rund ein Jahr von einem Gastronomenpaar geleitet worden, nochmals ein Jahr zuvor von einem anderen Betreiber.
Nun wird das Restaurant Seetäli beim Bahnhof Emmenbrücke tatsächlich ein weiteres Mal mit neuem Konzept eröffnet – und soll nach diversen Mieterwechseln in den vergangenen Jahren endlich «etwas Konstanz» erhalten. So beschreibt es Marco Fetz, der das «Seetäli» zusammen mit Yilmaz Acar übernommen hat.
«Bereiten alles selber zu»
Konstanz soll auch beim Essen herrschen: Im Gegensatz zu den vorherigen Konzepten konzentrieren sich die neuen Betreiber auf italienische Gerichte. Das gesamte Menü stammt dabei aus der Feder des Kochs Giuseppe Patti. «Er weiss, was gut schmeckt und was er am besten kann», sagt Acar. Vor allem Letzteres ist wichtig, denn: «Wir bereiten alles selber zu, vom Brot über die Pasta bis zu den Saucen. Und wir arbeiten praktisch nur mit italienischen Produkten.»
Am Mittag ändert sich für die Stammkundschaft im Vergleich zu früher nur wenig. «Wir kochen wechselnde Menüs im gutbürgerlichen Stil», sagt Fetz. Und Acar ergänzt: «Wir wollen für alle etwas bieten. Wobei sich unser Zielpublikum mittags und abends nicht wirklich unterscheidet. Wir wollen gutes Essen zu einem guten Preis bieten.»
Auf dem Wochenmenü finden sich unter anderem Spaghetti bolognese und Pizza prosciutto e funghi für 18 Franken. Das dazu servierte Brot wird von Giuseppe Patti nach einem Geheimrezept hergestellt. «Aus sieben Mehlsorten», betont Yilmaz Acar stolz. «Diese kleinen Details machen einfach viel aus.» Der 45-Jährige stammt aus einer Gastrofamilie, insgesamt habe er rund 25 Jahre Erfahrung in der Branche.
Seetalplatz ist interessant
Gemeinsam mit Marco Fetz führt er seit kurzem bereits das wenige hundert Meter entfernte Restaurant Bahnhöfli. Da dieses jedoch in absehbarer Zeit abgerissen wird, suchten die beiden ein langfristigeres Projekt. «Wir haben gemerkt, dass das Geschäft hier gut funktioniert, und wollten in der Umgebung bleiben. Als wir erfahren haben, dass das ‹Seetäli› wieder frei wird, haben wir sofort den Kontakt gesucht – und dann ging alles sehr schnell.» So schnell, dass die beiden nun für zwei Restaurants zuständig sind. Denn der Vertrag für das «Bahnhöfli» wurde wider Erwarten verlängert – vorerst bis Ende Januar. «Es ist aber möglich, dass es sogar nochmals eine Verlängerung geben wird», so Acar.
Die Region rund um den Seetalplatz ist für die beiden vor allem mit Blick in die Zukunft interessant: «Wenn die kantonale Verwaltung mit all den Arbeitsplätzen hierhin zieht, sind wir optimal gelegen.» Bereits zuvor könnten sich die Verwaltungsangestellten aber mit Menüs vom «Seetäli» verpflegen: «Sobald wie möglich» wollen die Betreiber auch Lieferservice anbieten.
Am Montag, 16. September, wurde das Restaurant eröffnet – ohne grosse Feier. Sobald sich das siebenköpfige Team eingespielt habe, hole man diese nach, versprechen die beiden Geschäftsführer.
Restaurant Seetäli, Hochdorferstrasse 1, 6020 Emmen. Geöffnet Montag bis Sonntag, 9 bis 22.30 Uhr. www.seetaeli.ch

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