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IT-Projekt

Nach Debakel um Schulsoftware: Luzerner Aufsichtskommission fordert Verbesserungen

Die Aufsichts- und Kontrollkommission des Luzerner Kantonsrates zieht eine kritische Bilanz des gescheiterten Educase-Projekts. «Die mangelhafte Transparenz und unzureichende Projektführung dürfen sich nicht wiederholen», schreibt sie in ihrem Bericht.
Pilotgemeinden meldeten schon früh grosse Probleme mit der Schulsoftware Educase.
Bild: Bild: Manuela Jans-Koch (Sursee, 28. 6. 2021)

Ein einheitliches Schulverwaltungsprogramm für alle Luzerner Gemeinden: Das soll nun im zweiten Anlauf klappen. Der Kantonsrat hat vor zwei Wochen einen Sonderkredit über rund 8,8 Millionen Franken für das neue Projekt und die Abrechnung von 1,6 Millionen Franken für das gescheiterte Projekt Educase bewilligt. Im Vorfeld der Ratsdebatte hat sich schon die Kommission Erziehung, Bildung und Kultur kritisch über das Debakel geäussert.

Jetzt zieht auch die Aufsichts- und Kontrollkommission (AKK) eine Bilanz. Die AKK hat nach dem Abbruch von Educase im Februar 2022 durch einen externen Experten die Ursachen untersuchen lassen, die das Projekt scheitern liessen. Die Kommission stellt nun fest, «dass das Projekt von Beginn an mit Fehlern behaftet war», wie sie in einer Mitteilung schreibt. Und: «Die mangelhafte Transparenz und unzureichende Projektführung dürfen sich nicht wiederholen.»

Erst prüfen, ob neues Produkt richtig ist

Die AKK hat dem Regierungsrat folgende Empfehlungen abgegeben:

Der Entscheid, ob ein neues Produkt entwickelt werden oder ob eine bestehende Marktlösung beschafft werden soll, ist zukünftig fundiert und vor der Durchführung der Beschaffung zu fällen.

Testprozesse müssen frühzeitig und konsequent etabliert und angewendet werden, um potenzielle Probleme rechtzeitig zu identifizieren. Dem Anbieter und dem Leistungsbezüger muss klar sein, was und wie getestet wird und wann ein Test als erfolgreich gewertet wird.

Ernsthafte Störungen und Fehler wie etwa Performance-Probleme oder das Fehlen wichtiger Funktionalitäten müssen priorisiert und bevorzugt behandelt werden, um den Projektfortschritt nicht zu gefährden.

Ressourcen sollten so geplant werden, dass flexibel auf Veränderungen reagiert werden kann.

Risiken müssen gründlich beurteilt und effektive Qualitätssicherungsmassnahmen implementiert werden.

Die Kommunikation mit den beteiligten Gemeinden und Schulen muss zukünftig verbessert werden. So wird sichergestellt, dass alle Beteiligten stets umfassend informiert sind.

Die Kommission hat den Expertenbericht schon vor einem Jahr dem Regierungsrat zur Stellungnahme zugestellt und wollte den Bericht auch veröffentlichen, wie sie schreibt. Der Regierungsrat habe sich dagegen entschieden, aber zugesichert, die Erkenntnisse und Empfehlungen des Experten bei der Gestaltung des Nachfolgeprojekts einfliessen zu lassen. Das nimmt die AKK zur Kenntnis, sie wird aber «im Rahmen ihrer periodischen begleitenden Kontrolltätigkeit die Entwicklung des Projekts aktiv verfolgen».

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