Eine monatelange Suche hat ein Ende gefunden. Am Mittwochnachmittag luden der Kanton Luzern und der Kanton Nidwalden zu einer gemeinsamen Medienkonferenz am nächsten Morgen, um «über eine wichtige Personalie im Zusammenhang mit der Luks-Gruppe» zu informieren. Dieselbe kryptisch formulierte Einladung verschickten sie schon im April, bevor sie dann wenige Tage danach erklärten, dass FDP-Ständerat Damian Müller neuer Verwaltungsratspräsident der Luks-Gruppe werden soll.
Somit war klar: Die «wichtige Personalie» kann nur eins bedeuten. Am Donnerstag gaben die Luzerner Gesundheitsdirektorin Michaela Tschuor und der Nidwaldner Gesundheitsdirektor Peter Truttmann dann bekannt, wer den ursprünglich vorgesehenen Damian Müller ersetzen und den noch amtierenden Ulrich Fricker beerben wird. Martin Nufer wird ab Januar 2025 an der Spitze des grössten Zentralschweizer Arbeitgebers mit mehr als 8000 Mitarbeitenden stehen, zu dem das Luzerner Kantonsspital und das Spital Nidwalden gehören. Bereits ab Oktober wird er ordentliches Mitglied des Verwaltungsrats.
Martin Nufer wohnt in Adligenswil, ist 58-jährig und ausgebildeter Internist und Notfallarzt. Von 2018 bis 2022 war Nufer Direktor der Hirslanden Klinik St. Anna. Seit 2022 ist er ärztlicher Leiter in der Klinik Adelheid in Unterägeri. Diese Tätigkeit wird er wegen des Amts als oberster Spitalchef beenden. Auch seine Mitgliedschaft im Vorstand von Swiss Reha, dem Branchenverband der Schweizer Rehakliniken, gibt er per Oktober ab. Die Mandate als Verwaltungsratsmitglied bei Viva Luzern und als Stiftungsrat der Stiftung Rast, dem Zentrum für berufliche Abklärung für Menschen mit einer Gehirnverletzung, wird er behalten.
Wie es zum Rückzieher kam
Die Causa Damian Müller war geprägt von sich überschlagenden Ereignissen. Kaum wurde die Nomination des 39-jährigen Hitzkirchers publik, hagelte es schon Kritik. SP, Grüne und SVP befürchteten Interessenkonflikte, weil Müller zeitgleich etwa Präsident des Branchenverbands Medizintechnik Schweiz bleiben wollte. Es reihte sich Vorstoss an Vorstoss, bis die Kontroverse in einem überparteilichen Postulat gipfelte, das die Aussetzung der Wahl Müllers forderte . Noch bevor es soweit kam, machte Müller selbst einen Rückzieher. Ulrich Fricker, der mit 71 eigentlich Ende Juni hätte den Hut nehmen wollen, verlängerte sein Mandat bis maximal Ende Jahr.
Allen Kritiken zum Trotz stand Michaela Tschuor bis zuletzt hinter Damian Müller und bezeichnete ihn als «optimale Besetzung» fürs Amt des Spitalchefs.
+++ Update folgt +++


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